Überdachung – Busbahnhof – Weißenhorn

  • Ort: Weißenhorn
  • Gebäudetyp: Verkehrsbau
  • Wettbewerb: 1. Preis
  • Fertigstellung: 12-2016
  • Beauftrage Lesitungsphasen: LP1 - LP9 als Generalplaner
  • Bausumme 300 + 400: 625.000,- €
  • Bauherr: Stadt Weißenhorn
  • Tragwerksplanung: ifb frohloff staffa kühl ecker - Berlin
  • Lichtplanung: architekturimlicht - Berlin

Als die Eisenbahn Strecke Ulm-Weißenhorn 2013 wieder aufgenommen wurde sah die Stadt Weissenhorn dies als Anlass, den Busbahnhof an die Bahnstation zu verlegen, um einen öffentlichen Nahverkehrsknotenpunkt zu schaffen. In einer Bauzeit von 4 Monaten konnte der Busbahnhof gebaut werden. Der Busbahnhof wurde als mittig gelegener Bussteig mit Busplätzen in Sägezahnordnung hergestellt und bildet eine schmale, langgezogene Insel die sich wie ein Band neben die Herzog-Georg-Straße legt.

Die im Rahmen der Bahnhofsplanung entwickelte, funktionale Überdachung wurde dem gestalterischen Anspruch der Stadt Weissenhorn, sowie ihres Bürgermeisters nicht gerecht.

Im Rahmen eines geladenen Wettbewerbes sollte eine Überdachung entwickelt werden, die den Raum fasst und einen städtebaulichen Identifikationspunkt bildet. Zugleich sollten die Planer jedoch mit den bereits gegossenen Fundamenten sowie definierten Achsabständen und Regenwasserabläufen arbeiten, um zusätzliche Kosten zu vermeiden.Durch ein hohes Maß an Vorfertigung konnte das neue Dach in 45 Werktagen realisiert werden.

Tragwerksplanung
Die Überdachung wird als freistehendes Trogdach als Stahl-Glas Konstruktion mit einer Länge von l = 92,30 m ausgeführt. Aufgrund der amorphen Struktur variiert die Breite der Überdachung von min b ~ 4,20 m bis max b ~ 6,60 m, wobei die maximale Auskragungslänge eines Querträgers a ~ 4,10 m beträgt.
Die Stützen des Trogdaches werden in einem regelmäßigen Raster von e = 6,0 m als warmgewalzte Hohlprofile mit kreisförmigem Querschnitt mit einem Durchmesser von D = 323,9 mm in S 355 ausgeführt. Eine Ausnahme bilden die Stützen in den Achsen H und I, hier beträgt der Achsabstand e = 4,50 m. Die Wandungsstärke der Rundstützen richtet sich nach den statischen Erfordernissen, und variiert zwischen t = 20,0 mm und t = 25,0 mm. Die Ausbildung der Stützen erfolgt in Querrichtung als eingespannte Kragstützen, in Längsrichtung als gelenkig gelagerte Rahmenstiele. Der Längsträger oberhalb der Stützen wird als torsionssteifes warmgewalztes Rechteckhohlprofil 400x200x16 in S355 ausgebildet.

Die Querträger werden als geschweißte T-Profile mit unterseitigem Flansch zur Aufnahme der Verglasung und veränderlicher Steghöhe in S 235 ausgeführt. Belastungsabhängig werden die Querträger oberseitig mit zusätzlichen Flanschen verstärkt. Die Profilhöhe am Anschnitt des Längsträgers beträgt inklusive Flansch maximal h = 400 mm, am Anschnitt des Randträgers reduziert sich die Höhe auf h = 150mm. Die Flansche an der Unterseite haben eine Breite von b = 100 mm, die Flansche an der Oberseite von b = 50mm. Die Blechstärken von Flanschen und Stegen beträgt t = 15mm.

Die gesamte Konstruktion wird von einem Randträger eingefasst. Die Ausführung erfolgt als U-Profil mit einer Höhe von h = 200 mm in S 235. Der Randträger dient zur Aufnahme eines umlaufenden Lichtbandes.

Verglasung
Die Ausführung der Verglasung erfolgt als 2-seitig linienförmig gelagerte VSG-Verglasung aus 2x12mm TVG mit 0,76mm PV-Folie. Die lichte Stützweite der Verglasung beträgt l ≤ 1,20 m. Die Verglasung ist zu Reinigungszwecken begehbar.