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Konrad Adenauer Platz - Düsseldorf

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Haltestelle unterm Lichtdach
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Übersichtsplan
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Lageplan
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Ansicht Lichtdach + Bahnhof
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Verkehrschema
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Nachtperpektive
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Konzept Lichtdach
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Blick auf das Lichtdach vom Haupteingang
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Lageplan Ideenteil
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Funkstionschema Quartier am Hansahaus
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Isometrie Quartier am Hansahaus
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Schnitt durch das Quartier am Hansahaus

Leitidee

Ziel des vorliegenden Entwurfs ist es, die vorhandene Nutzungsüberlagerung von Verkehrsströmen auf dem Konrad-Adenauer-Platz zu strukturieren und räumliche Orientierung zu schaffen.Das Lichtdach als zentrales Element bündelt die infrastrukturellen Nutzungen an einem Ort auf dem Platz und zoniert diese übersichtlich und von weitem wahrnehmbar. Dem gegenüber entsteht eine offene und weite Platzfläche auf dem Platz, die dem Fußgänger vorbehalten bleibt.Die aufgezeigte städtebauliche, verkehrstechnische und freiraumplanerisch-gestalterische Lösung greift bereits bewährte Strukturen auf, qualifiziert diese und nutzt neue Potentiale zur funktionalen, räumlichen und gestalterischen Qualifizierung des Konrad-Adenauer-Platzes. Seine besondere Funktion im Stadtgefüge als Ort städtischer Öffentlichkeit wird als urban weltoffenes Entree zur Stadt Düsseldorf heraus gearbeitet und gestärkt.

Städtebauliches Konzept

Ein zweiteiliges Lichtdach wird der imposanten Backsteinfassade des Hauptbahnhofs gegenüber gestellt. Wie ein Tor betonen die beiden Dächer die Eingangssituation zur Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Düsseldorfer Altstadt und Königsallee. Zwischen Hauptbahnhof und Lichtdach spannt sich eine neue multifunktional nutzbare, zentrale Platzfläche auf.

Gestalterisches Konzept

Der Konrad-Adenauer-Platz wird als Entree vom Hauptbahnhof zur Düsseldorfer Innenstadt komplett verkehrsberuhigt. Ein homogen von Fassade zu Fassade durchgängiger Belag aus Basaltplatten, 1 x 1 m, kreiert eine großzügige Platzfläche. Über den bestehenden Straßenbahngleisen schwebt, wie eine überdimensionale Leuchte, das zweiteilige Lichtdach als zentrales Element auf dem Platz und bündelt unter sich die ÖPNV-Ströme, die Taxivorfahrt und Taxistandspur sowie Fahrradstellplätze. Durch die Bündelung der wesentlichen Nutzungen unter der Dachfläche entsteht ein offener, übersichtlicher Platzbereich zwischen dem Dach und dem Hauptbahnhof. Zwei lockere Baumhaine fassen südlich und nördlich diesen Raum und beherbergen die PKW Vorfahrten. Den Besucher der Stadt empfängt ein klar strukturierter Platz. Die Bündelung seiner Funktionen unter einem außergewöhnlichen Lichtdach schafft Übersichtlichkeit und bietet Orientierung.

Platzgestaltung

Aus der homogenen Belagsoberfläche erheben sich einzig die Bahnsteige von Straßenbahn, Bus und Fahrradstation zwischen den bestehenden Straßenbahngleisen als leichtes Relief. Stahlkappen markieren die nach der Verkehrsberuhigung verbliebenen Fahrspuren für Busse, Taxis und PKW Vorfahrt. In der Verlängerung der Friedrich-Ebert-Straße gewährt eine gestreifte Intarsie dem Fußgänger den absoluten Vorrang. Das Leuchtdach signalisiert dem Reisenden, Bürger und Besucher den Bereich, in dem die Straßenbahnen auf dem Platz kreuzen.Aufenthaltsbereiche von denen aus sich das quirlige Treiben auf dem zentralen Platzbereich hervorragend beobachten lassen befinden sich entlang der Südwest ausgerichteten Fassade des Hauptbahnhofs als optimaler Standort für Außengastronomie und in Form von Sitzbänken im Übergang zum Lichtdach. Die sich dazwischen aufspannende zentrale Platzfläche ist ein ausschließlich dem Fußgänger vorbehaltener Bereich und fungiert als Transitraum zwischen Hauptbahnhof und ÖPNV. Hier entsteht eine beachtliche Fläche, die Raum für unterschiedlichste Veranstaltungen wie z.B. großformatige Fußballübertragungen und Weihnachtsmärkte, bietet.

Lichtdach


Das Lichtdach wird mit seiner exponierten Lage am Hauptbahnhof zu einem besonderen Identifikationsobjekt in der Stadt Düsseldorf. Es paßt sich in seiner Farbwirkung den jeweiligen Jahreszeiten an, eine blaue Lichtfarbe vermittelt „Kühle“ im Sommer, orange Farbtöne „Wärme“ im Winter. Während wichtiger Events in der Stadt, kann das Lichtdach als Projektionsfläche genutzt werden, um das Event bereits am Bahnhof anzukündigen. Der Bahnhofsturm mit seinen schmalen Fensteröffnungen an der Spitze soll als Leuchtturm assoziiert werden. Er steht in Beziehung mit dem Lichtdach und kommuniziert als Landmark das jeweilige Event weit über die Platzfläche hinaus.Wie ein überdimensional großer Beleuchtungskörper funktioniert das Lichtdach, nach dem Prinzip eines Lichtleiters. Prismenfolien, an den Innenseiten des Glaskörpers, reflektieren den Grossteil des Tageslichts. Die eingekoppelte Sonnenstrahlung wird durch Mehrfach-Reflexion innerhalb des Leuchtkörpers gefiltert und gleichmäßig nach unten und zur Seite abgegeben. Bei Nacht wird das Licht aus T16 Leuchtstofflampen in den RGB- Farben durch die Prismenfolien in den Glaskörper ebenfalls mehrfach reflektiert und nach unten und zur Seite ausgekoppelt. Dadurch entsteht eine gleichmäßige Lichtverteilung auf der Oberfläche des Glasdaches. Eine RGB - Lichtsteuerung regelt die zeitliche Abfolge von Lichtintensität und Lichtfarbe

.Beleuchtungskonzept

Nachts entsteht unter dem Lichtdach ein großzügiger Lichtraum, der den Platz dominiert. Passanten, Fahrgäste und Nachtschwärmer können sich an diesem gut überschaubaren, hell ausgeleuchteten Ort aufhalten. Gleichfalls garantiert dieser übersichtliche Raum einen hohen Sicherheitsgrad. Die Fassade des Hauptbahnhofs wird, gemäß dem Lichtmasterplan der Stadt Düsseldorf, in einer weißen Lichtfarbe angestrahlt. Eine ausreichende Beleuchtung der PKW Vorfahrten ist über Mastleuchten gewährleistet.

Verkehrskonzept


Die Verkehrströme werden auf dem Konrad-Adenauer-Platz auf ein Minimum reduziert, entsprechend der vorhandenen Strukturen geordnet und als klare Zonen innerhalb dieses Verkehrsknotenpunktes herausgearbeitet. Das vorhandene Gleisbett der Straßenbahnen wird übernommen und von zwei gleichlang gezogenen Bahnsteigen aus angedient. Auf der westlichen Seite des Lichtdaches werden die Busbahnsteige parallel zu den Straßenbahngleisen angelegt. Die Busse fahren die Bahnsteige konsequent in einer Richtung von der Bismarckstraße und der Friedricht-Ebert-Straße aus an. Die vier Bushaltebuchten in der Friedrich-Ebert-Straße bleiben erhalten.Parallel zur Ostkante des Lichtdaches fahren die Taxis vor und halten in einem Streifen zwischen Haupt- und Südeingang. Eine Taxistandspur zwischen Haupt- und Nordeingang bietet Wartemöglichkeit für bis zu 30 Taxis und erstreckt sich von der Lichtdachkante Richtung Norden zur Worringer Straße. Der Individualverkehr hat einzig als Stich von Norden aus der Worringer Straße und vom Süden aus der Graf-Adolf-Straße Zufahrt zu den Kiss & Ride Vorfahrten und den dort vorgesehenen Kurzzeitparkplätzen. Nachts werden die Bahnsteige der Straßenbahn als zusätzliche Haltestellen für die Nachtbusse genutzt. Das großzügige Lichtdach bietet ebenfalls geschützte und gut einsehbare Stellplätze für ca. 200 Fahrräder.

Ideenteil - Neubauten

In seiner exponierten Lage direkt am Hauptbahnhof bietet das neue Quartier am Hansahaus eine repräsentative Lage für Büroflächen. Wie auf einer Mauer aufgereiht liegen drei markante Gebäudeblöcke auf einem Sockelgeschoß, weit sichtbar über das Bahngelände. Abgeschlossen wird das Ensemble durch ein dreieckiges Bürogebäude, welches das Gelände zur Harkortstraße abschließt. Die dynamische Formensprache der Neubauten gibt dem Quartier eine eigene, unverkennbare Identität.

Hansahaus


Das Hansahaus bleibt als einziges Gebäude aus der Kaiserzeit erhalten. Die Anbauten, welche den Block schließen, werden durch einen Größeren Anbau ersetzt. Insgesamt umfasst das Hansaquartier dann mehr als 20.000 qm Fläche, wobei im Bedarfsfall auch Teile der Neubauten für die Landesbehörden genutzt werden können.

Parken/Ladenflächen

Der Innenhof des Quartiergeländes liegt auf Niveau des Gleisbetts, welches ihn vom Konrad-Adenauer-Platz absetzt. Im Sockel liegt ein 1.500 qm großer Vollsortimenter, welcher durch kleine Ladenflächen orientiert zum Bahnhofsplatz ergänzt wird. Ein Parkhaus mit mehr als 400 Stellplätzen, gelegen im Erdgeschoß und zwei Untergeschossen wird der hohen Stellplatznachfrage am Bahnhof gerecht.


Entscheidung:
02-2006

Ort:
Düsseldorf (D)

Verfahren:
Beschränkter Wettbewerb als Workshopverfahren

Teilnehmer:
Architekten, Landschaftsarchitekten

Auslober:
Stadt Düsseldorf

In Arbeitsgemeinschaft mit
bbz landschaftsarchitekten
- Berlin

Fachplaner:
Birchler+Wicki Verkehrsplaner - Zürich
MediumLicht - Berlin