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Ottoplatz und Messeplatz - Köln

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Blick vom Ottoplatz auf Cologne 1
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Übergeordneter städtischer Kontext
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Neugestaltung Ottoplatz
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Konzeption Ottoplatz
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Oberflächen und Elemente Ottoplatz
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Provisorium Messeplatz - Stufe 3
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Stufe 2-3
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Stufe 4
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Stufe 5
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MOS - Konzeption des Modularen Outdoor Systems
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MOS - Konzeption des Modularen Outdoor Systems
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MOS - Konzeption des Modularen Outdoor Systems
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Modulares Outdoor System - Blick auf den neuen Südeingang der messe Köln
Der Ottoplatz

Durch den zukünftigen Ausbau des Bahnhofs Köln-Deutz/ Messe zum internationalen Verkehrs-knotenpunkt steigen sowohl Bedeutung als auch Nutzungsintensität des gesamten Umfeldes.
Der Ottoplatz wird künftig durch den Neubau des Cologne One und des Köln-Triangle sowie durch das bestehende LVR-Hochhaus städtebaulich klarer gefasst und wird eine bedeutend höhere Nutzung erfahren.
Entsprechend der neuen urbanen Situation muß der Ottoplatz eine repräsentative und offene Platzgestaltung erhalten.

Entwurfskonzept

Ziel des vorliegenden Entwurfes ist, die einstige Großzügigkeit des Ottoplatzes wieder herzustellen und die Aussicht auf das alte Bahnhofsgebäude frei zu geben. Die vorgeschlagene Platzgestaltung nimmt Bezug auf das historische Vorbild. Wie im Jahr 1914 prägt die Vorfahrt mit seiner Treppenanlage den Bahnhofsvorplatz. Ein durchgängiger Belag stärkt seine Einheitlichkeit. Im unteren Bereich vor der Treppe bildet sich die Aufenthaltszone aus. Die großzügige Fläche wird durch sechs eigenständige schattenspendende Eschen (Fraxinus excelsior ´Atlas´) strukturiert. Entlang den historischen Stützmauern der Treppenintarsie sind an beiden Seiten lange geschwungene Bänke angeordnet, die zum Verweilen einladen und den Blick auf den Platz freigeben.
Der Ottoplatz reicht bis direkt an das Cologne One und kann in dessen Vorbereich als Café-Terrasse dienen. Vier Leuchtstelen erhellen den Platz bei Nacht. Sie sind auf den Sockeln der historischen Treppe angebracht.
Materialität
Der Plattenbelag besteht aus großformatigen Travertinsteinplatten in leicht changierenden Farbtönen, die in unterschiedlichen Breiten und Längen ein differenziertes Muster ausbilden. In den Belag eingelassene offene Baumscheiben werden durch Natursteineinfassungen gerahmt .
Die beiden Bänke entlang der Treppenintarsie sind aus gebürstetem Edelstahl gefertigt und mit einer Sitzfläche aus Holz ausgestattet.

Verkehrskonzept

Der gesamte Bereich des Vorplatzes wird als von Fußgängerbereich begriffen. Prägendes Merkmal ist die Durchwegung in allen Richtungen. Die nötigen Verkehrsströme werden in eine r Spur geführt. Durch einen in den Belag eingelassenen, farblich abgesetzten Steinstreifen wird eine für Fußgänger und Autofahrer klar erkennbare Fahrspur definiert.
Links vor dem Bahnhofsgebäude befinden sich vier Warteplätze für Taxen. Ergänzt werden diese durch eine Aufstellschleife auf der Mittelinsel des Auenweges. Dort entstehen in Sichtweite zu den Warteplätzen vor dem Bahnhof 20 weitere Standplätze. Der Ausstieg ist direkt vor dem Bahnhofsgebäude möglich. Für Kurzzeitparker ist eine Kiss&Ride-Zone mit vier Stellplätzen vorgesehen.

Die bereits vorhandene Bike&Ride-Station östlich des Bahnhofsgebäudes wird auf ca. 190 Stellplätze erweitert. In den späteren Realisierungsstufen können Erweiterungsflächen für Fahrradabstellplätze rückseitig des Bahnhofs auf dem Messe-Platz angeboten werden.
Die CarSharing Stellplätze östlich des Bahnhofs-gebäudes bleiben erhalten.

Das Ottodenkmal, welches derzeit auf einem der vier Pfeiler des Treppengeländers aufgestellt ist, erhält einen exponierten Sockel am Südwestteil des Platzes.


Der Messeplatz


Das Areal zwischen Bahnhof Köln-Deutz und Messe-Eingang Süd wird sich im Laufe der verschiedenen Realisierungsstufen stark verändern. Noch existierende Gebäude werden abgerissen, Messehotel und Kongreßzentrum neu gebaut, Straßen verlegt.
Aus diesem Grund ist eine flexible und temporäre Gestaltung des Eingangsbereiches erforderlich, welche ohne großen Aufwand auf die verschiedenen Bauphasen reagieren kann. Gleichermaßen muß sie den funktionalen Anforderungen einer Messe gerecht werden und repräsentative Ausstellungsfläche sein.

Das Prinzip

Das Modulare Outdoor System (MOS) ist ein temporär einsetzbares Wegesystem, welches problemlos auf verschiedene städtebauliche Situationen reagieren kann. Das Grundprinzip basiert auf einer Knotenverbindung aus Edelstahl, die zum einen die Unterkonstruktion aus verzinkten Stahlprofilen verbindet und außerdem den Anschluss von Plug-in Möbeln erlaubt. Bei Bedarf können auch Stahlstützen unter den Knoten angeschlossen werden, um beispielsweise Überführungen zu bauen. Bodenplatten aus Gitterrosten, Bodenblechen, Holz oder Glas werden in die Unterkonstruktion gehängt und können je nach Situation ausgewechselt werden. Die Installation ist denkbar einfach, benötigt wird lediglich ein Schraubenschlüssel, da keine Gründungen notwendig und sämtliche Verbindungen demontierbar sind. Die Möblierungsmöglichkeiten des MOS beinhalten Sitzbänke, Abfalleimer, Leuchtstelen und Displays, die beliebig angeordnet werden können.

Umsetzung auf dem Messeplatz/ Realisierungsstufen
Im Falle des neuen Messe-Eingangs Süd ist das Modulare Outdoor System die optimale Lösung: Bei minimalem Arbeitsaufwand entsteht in kürzester Zeit ein repräsentativer Zugang zum Messegelände. Nach dem Bau des temporären Messe-Eingangs Süd in der 2. Realisierungsstufe werden zwei direkte MOS-Wege zwischen den beiden Bahnhofsausgängen und der Messe geschaffen. Ähnlich einem roten Teppich leitet das System die Messe-Besucher auf kürzestem Wege zum Eingang der koelnmesse.

Umrahmt von den zwei Stegen des MOS bildet sich vor dem Entree eine markante dreieckige Fläche, welche durch leicht geneigte Rasenebenen gegliedert ist und eine Bespielung durch die Messe erlaubt. Der Blick über die großzügige Geländetopographie wird durch einzelne Bäume oder Baumreihen gelenkt. Wege zwischen den Rasenebenen ermöglichen dem Messe-Besucher, sich die Flächen anzueignen.
Mit dem Bau des Kongresshotels wird in der vierten Realisierungsstufe die Logistikebene erweitert. Das MOS kann auf diese Situation problemlos reagieren, indem Teile des Systems angehoben werden und den Logistikbereich überbrücken. Die Grundform der beiden Flügel muß nicht verändert werden. Lediglich der bespielbare Freiraum in der Mitte verkleinert sich, erfordert aber keine weiteren baulichen Maßnahmen. Nach dem Bau des Messe-Hochhauses in der fünften Stufe wird der östliche Verbindungsweg des MOS demontiert. Sollte es zu Änderungen an den städtebaulichen Realisierungsstufen kommen, kann das MOS-System mit geringem planerischen Aufwand verlegt werden und sich den neuen Gegebenheiten anpassen.

Weitere Verwendung des MOS

In der sechsten Realisierungsstufe wird die endgültige Form des Messe-Platzes erreicht. Theoretisch ist der Einsatz des MOS auch hier möglich. Die Verfasser empfehlen an diesem Punkt allerdings, eine endgültige Gestaltung des Platzes vorzunehmen. Das MOS kann nun für Aufgaben im Messebereich, aber auch bei Großveranstaltungen der Stadt Köln zum Einsatz kommen. Durch die flexiblen Anordnungsmöglichkeiten des Systems ist der Einsatz für temporäre Plätze, Bühnen sowie Überführungen denkbar. Selbstverständlich lässt sich das Spektrum der Plug-In Möbel erweitern. So können bei Bedarf auch Dachelemente eingesteckt werden.

Brachflächenkonzept

Das Hauptziel des Grünkonzeptes am Messeplatz ist minimaler planerischer und baulicher Aufwand mit maximalem Effekt. Während der von den Wegen eingeschlossene Bereich einen repräsentativen Charakter hat und von der koelnmesse bespielt werden kann, schlagen die Verfasser für die äußeren Flächen einen minimalen Eingriff vor. Das Areal wird lediglich plan abgezogen und der Sukzession überlassen. Entlang der Wege wird eine lockere Initialpflanzung mit schnellwachsenden Birken vorgenommen, welche sich zur Fläche hin lichtet. Auf der östlichen Seite integriert sich ein temporärer Parkplatz.


Entscheidung:
09-2005

Ort:Köln (D)

Verfahren:
Beschränkter Wettbewerb

Teilnehmer:
Architekten, Landschaftsarchitekten, Stadtplaner

Auslober:
Stadt Köln

In Arbeitsgemeinschaft mit
bbz landschaftsarchitekten - Berlin