Neugestaltung Spielbudenplatz - Hamburg

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Spielbudenplatz bei Nacht
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Schnitt
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Lageplan
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Vogelperspektive
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Perpektive Tribüne
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Pespektive Barren + Schleppstufen

Vorwort

Der Spielbudenplatz spielt im Zentrum des Hamburger Vergnügungsviertels, als Auftakt zur Reeperbahn eine wichtige Rolle. In seinem heutigen Zustand wird er als eigenständige Platzfigur nicht wahrgenommen. Die Forderung den Platz zu einem Markenzeichen der Stadt Hamburg und St. Paulis und zur internationalen Visitenkarte zu entwickeln erfordert eine klare Sprache und ein deutliches Zeichen.


Goldringe

Kunstwerke, zwei goldene Ringe. Sie tragen sich in ca. zehn Meter Höhe selbst durch ihren zugehörigen Stiel. Diese glänzend - vergoldeten Stahlkonstruktionen reflektieren die Lichter und das Geschehen auf dem Platz wider. Nachts werden sie angeleuchtet und bilden ein weithin sichtbares Wahrzeichen St. Paulis.
Die Ringe stehen in ausgewogenem Abstand zu den Platzenden, zur Platzmitte und zueinander. Sie bilden das Zentrum und den Höhepunkt des Platzereignisses.
Die Tragwerk des Ringes bestehet aus einem schrägen Stahlrohrpfosten mit einem Durchmesser von 1m und einer Wandstärke von ca. 15 mm. Der obere Kreisring wird durch eine primär Stahlrahmenkonstruktion aus horizontal liegenden T – Stahlprofilringen mit vertikalen Verstärkungsringen im Abstand von 1-2 m.
Verkleidet wird die Stahlrahmenkonstruktion durch ca. 2 mm Stahlbleche , die mit dem Primärrahmen tragend verbunden werden.
Die Konstruktion kann flach gegründet werden mit einem Stahlbetonfundament der Größe 5m x 5m x 1m.


Goldbarren

In farblicher Korrespondenz zu den Ringen wird im Norden zur Reeperbahn hin der Platz durch einen langen goldfarbenen Barren begrenzt. In diesem ist ein schmales Wasserbecken eingelassen, so dass durch das leise Gluckern des Wassers der Verkehrslärm gemildert wird. Der Barren besteht aus polierten Betonfertigteilen mit einem Zuschlag aus Katzengold. So entsteht eine goldähnliche glänzende Oberfläche. Der Spielbudenplatz erhält durch die leichte Erhöhung gegenüber der Reeperbahn und die abschirmende Wirkung der Wasserspiele eine abgeschiedenere Atmosphäre, die insbesondere tagsüber von Bedeutung ist.
Nachts wirkt der eigentlich als Barriere zwischen Spielbudenplatz und Reeperbahn liegende Barren durch die auf beiden Seiten angebrachte lineare Beleuchtung als verbindendes Element zwischen Platz und Strasse. In dem Lichtermeer der nächtlichen Reeperbahn bietet die gerade, lange Leuchtspur Orientierung.


Tribühne

Nach Westen und Osten hin bleibt der Platz bewußt offen, um seinen Charakter als Flaniermeile zu erhalten.
Topologisch schieben sich die Tiefgaragenein- und ausfahrt als schiefe Ebenen heraus und bilden so einen Schlußpunkt. Vom Platz aus sind die Tribünen begehbar und bieten nicht nur bei Veranstaltungen einen guten Ausblick auf das Geschehen.


Oberfläche

Der Spielbudenplatz erhält eine neue Oberfläche mit großformatigen Platten aus Naturstein (z.B. Ziegenfelder Dolomit, hellgraugrüner Kalkstein, sehr widerstandsfähig) mit veredelter Oberfläche.
Der Platz selbst erhält durch regelmäßig in den Platzbelag eingelassene Bodenleuchten eine angenehme Helligkeit.
Das Nordsüdgefälle wird reduziert, so dass der Platz bis auf das für die Entwässerung notwendige Gefälle eben ist. Zur Reeperbahn hin entsteht dadurch eine Aufkantung, die durch den linearen Goldbarren aufgefangen wird. Der Höhenunterschied zur Taubenstrasse wird an den westlichen und östlichen Platzenden durch Schleppstufen ausgeglichen.
Durch die Oberfläche wird der Platz eindeutig definiert. Die räumlich wirksamen Kanten bleiben die Gebäude an der Reeperbahn und an der Spielbudenstraße.


Gold ist Liebe

Gold ist immer schon das Wertvollste gewesen, das Menschen sich vorstellen
konnten. Gold ist das Symbol des wohl edelsten menschlichen Gefühls - der Liebe.
Goldene Ringe sind Symbol der Verbundenheit.
Die Reinheit und Unvergänglichkeit des Gefühls wird symbolisiert durch die Reinheit und Unvergänglichkeit des Goldes.

Gold ist Verführung


Gold ist charmant und bezaubernd, erfrischend und bereichernd, atemberaubend und ewig. Als Schmuck und Geschmeide hat verarbeitetes Gold seit kulturellen Zeiten die Attraktivität von Menschen äußerst erhöht. In Gold läßt sich daher vielleicht am ehesten ein Abgleich aus natürlicher und materieller Anziehung erstellen. Werte wie Romantik und Glam finden hier ihre Polarisierung.


Gold ist Mythos


Die geheimnisvollen Eigenschaften des Goldes und sein besonderer Wert haben schon immer die Phantasie der Menschen angeregt. Gold ist göttlich: Die Göttin Hera sitzt auf Gold. Der Gott Eros schießt goldene Pfeile. In Spanien und Südamerika träumt man von "Eldorado", dem Land, wo alles aus Gold besteht.
Gold ist etwas Besonderes, etwas Wertvolles. So wird es auch Märchen dargestellt. Im "Froschkönig" fällt der Königstochter ihr goldener Spielball in den Brunnen. "Aschenbrödel" verliert auf der Treppe des Königspalastes einen goldenen Schuh.
"Frau Holle" belohnt die fleißige Tochter, die Goldmarie, mit einem Goldregen.


Gold ist Rohstoff

Gold ist ein ziemlich ungewöhnliches Metall, das sich einmal durch seine Seltenheit auszeichnet, zum anderen durch seine unglaubliche Verformbarkeit. 10 Gramm Gold können zum Beispiel zu einem hauchdünnen, lichtdurchlässigen Blatt von 3,5 m2 oder zu einem spinnwebfeinen Draht von fast 25.000 m Länge ver-arbeitet werden.
Das bis heute geförderte Gold (etwa 90.000 t) ergibt lediglich einen Würfel mit einer Kantenlänge von nur 17 m.


Gold ist Alchimie


Gold ist ein ziemlich ungewöhnliches Metall, das sich einmal durch seine Seltenheit auszeichnet, zum anderen durch seine unglaubliche Verformbarkeit. 10 Gramm Gold können zum Beispiel zu einem hauchdünnen, lichtdurchlässigen Blatt von 3,5 m2 oder zu einem spinnwebfeinen Draht von fast 25.000 m Länge ver-arbeitet werden.
Das bis heute geförderte Gold (etwa 90.000 t) ergibt lediglich einen Würfel mit einer Kantenlänge von nur 17 m.


Gold ist Technik


Gold zu finden, zu fördern und zu verarbeiten, erfordert einen hohen technischen Wissenstand. Die Kulturen, die sich damit befassten, erlebten dadurch immer eine wissenschaftliche und technische Blütezeit. Ägypter, Griechen und Römer beherrschten zum Beispiel die Prospektion, den Bergbau und das Metallschmelzen bis zu Perfektion. Andere technische Impulse gingen indirekte vom Gold aus - durch die Alchemie. Ihr Ziel war die Gewinnung von Gold aus niederen Stoffen. Dies gelang zwar nie. Doch Alchemisten entdeckten bei ihrer Arbeit andere, wichtige "Nebenprodukte".


Gold ist Ewigkeit


[ Gold zu finden, zu fördern und zu verarbeiten, erfordert einen hohen technischen Wissenstand. Die Kulturen, die sich damit befassten, erlebten dadurch immer eine wissenschaftliche und technische Blütezeit. Ägypter, Griechen und Römer beherrschten zum Beispiel die Prospektion, den Bergbau und das Metallschmelzen bis zu Perfektion. Andere technische Impulse gingen indirekte vom Gold aus - durch die Alchemie. Ihr Ziel war die Gewinnung von Gold aus niederen Stoffen. Dies gelang zwar nie. Doch Alchemisten entdeckten bei ihrer Arbeit andere, wichtige "Nebenprodukte".


Gold ist Heiligtum

Gold zu finden, zu fördern und zu verarbeiten, erfordert einen hohen technischen Wissenstand. Die Kulturen, die sich damit befassten, erlebten dadurch immer eine wissenschaftliche und technische Blütezeit. Ägypter, Griechen und Römer beherrschten zum Beispiel die Prospektion, den Bergbau und das Metallschmelzen bis zu Perfektion. Andere technische Impulse gingen indirekte vom Gold aus - durch die Alchemie. Ihr Ziel war die Gewinnung von Gold aus niederen Stoffen. Dies gelang zwar nie. Doch Alchemisten entdeckten bei ihrer Arbeit andere, wichtige "Nebenprodukte".

Entscheidung:
06-2004

Ort:
Hamburg (D)

Verfahren:
Offener Wettbewerb

Teilnehmer:
Architekten, Landschaftsarchitekten, Künstler

Auslober:
Freie Hansestadt Hamburg

In Arbeitsgemeinschaft mit:
Ernst Scharf arch42 - Berlin
Martin Schmied - Berlin
Julia Rogge - Berlin