Landesgartenschau 2011 - Stadtpark Norderstedt

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Sitzstufenanlage am Parksee
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Parkflügel - West mit Parkdeck
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Steg über dem Parksee
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Lageplan Stadtpark
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Parkflügel mit Eingangsbereich Ost
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Ausschnitt Rodelberg mit Arboretum
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Erlebnisband
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Konfliktfreiheit zwischen öffentlichen und bewirtschafteten Bereichen
Einleitung

Das Wettbewerbsgebiet gliedert sich im Wesentlichen in zwei Teilbereiche. Die Wald- und Heideflächen, offene Wiesenräume und Knicks im Westen und den Kiessee mit seinen Ufer- und angrenzenden Wiesenflächen im Osten des Bearbeitungsgebietes. Diese unterschiedlichen landschaftlichen Qualitäten sind derzeit wenig erschlossen und in ihrer Nutzungsvielfalt sehr eingeschränkt. Das große Potential des Kiesteiches wird lediglich als inoffizieller Badeteich genutzt, die Wald-, Heide- und Wiesenflächen im Westen sind als extensive Erholungsflächen derzeit lediglich für Spaziergänge genutzt. Die vorhanden Spiel- und Sportflächen sind nur schwach frequentiert.


Konzept


Ziel des Entwurfes ist es die enormen landschaftlichen Potentiale herauszuarbeiten, die unterschiedlichen Bereiche zu verknüpfen und den Landschaftsraum für vielfältige Nutzungsansprüche der Bevölkerung zu erschließen.Die Idee beruht darauf, die beiden unterschiedlichen Parkteile über zwei Rundwege – die „Parkflügel“ - erlebbar zu machen, die in einem zentralen "Erlebnisband" miteinander verbunden sind.
Der Parkflügel - Ost erschließt die „Wasserwelt“ des neuen Parksees und seine angrenzenden Bereiche, der Parkflügel - West geleitet durch den Bereich „Im Wald und auf der Heide“.

Wie bei einem Schmetterling werden beide Flügel durch das „Erlebnisband“, als zentraler Corpus verknüpft.
Als Schrittmacher des Parks beinhaltet es ein modulares Baukastensystem (10m x 20m Raster). von flexibel besetz- und austauschbaren Aktionsfeldern.

Während der Gartenschau befindet sich hier der zentralen Gartenschaubereich mit Blumenhalle, Themengärten, Gärtnermarkt, etc. welche langfristig als Freizeitsportflächen (Beach-Volleyball, Streetball, Skaterpark etc.) umgewandelt werden können.
Ein „Wasserspielplatz“ wird die langfristige Attraktion für die Kinder.
Die Kletterhalle „The Rock“ bietet die Möglichkeit Indoor, wie auch Outdoor zu klettern. Einem Felsen nachempfunden entsteht hier eine prägnante Landmarke für den Stadtpark. Diese bildet den Auftakt im Süden des Bandes, das Eingangsbauwerk zum Naturbad bildet den Abschluss.
Dazwischen sind die Funktionsgebäude für die Wasserskianlage und das Erlebnisrestaurant „Waterworld“ mit 400 Innen- und 500 Außenplätzen angeordnet. Kleine Baumhaine rhythmisieren das „Erlebnisband“ und laden zum Verweilen ein.
Eine großzügige Sitzstufenanlage mit Holzauflage eröffnet das großartige Panorama des Parksees, Treppenläufe geleiten zum Wasser mit der Wasserskianlage und dem Bootsverleih.
Um die öffentlichen und die bewirtschafteten Bereiche voneinander zu trennen, werden Wasserskirampe durch das Untergeschoss, das Naturbad durch eine großzügige Rampenanlage erschlossen, die unter dem Parkflügel Ost abtaucht. Durch diesen topografischen Trick werden Blickbeziehungen bewusst inszeniert, auf Zäune hingegen kann verzichtet werden,

Der „Parkflügel - Ost“ inszeniert die Wasserwelt des neuen Parksees: Entlang des Erlebnisbandes führt er über die Hügelkuppe der Sonnenwiese im Norden zum Eingang Ost und geleitet von da an als Steganlage über das Wasser durch die Röhrichtzone des naturnahen Westteil des Sees über das „Parkdeck Halbinsel“ des ehemaligen Dammes mit Blickbezug zur „Blumeninsel“ im Süden wieder über Land entlang der Seerosensaumes und durch den Weidengartens mit Uferrandstaudenflur und zurück zum Erlebnisband.

Der Parkflügel – West“ erschließt den naturnahen, ruhigen Landschaftsraum im Westen. Er führt von der Ostseite des Bandes im Süden entlang des Rodelberges, der einen Freilichtbühne mit 500 Sitzplätzen, einen Berggarten und einen kleinen Aussichtsturm (Höhe 10m) mit Panoramablick erhält. Er streift die Kleingartenanlage mit den integrierten Musterkleingärten, den Bauspielplatz „Budenzauber“ und den naturnahen Retentionsteich. Im Westen führt der Rundweg weiter entlang der Feldflur und dem erweiterten Arboretum mit den „Gärten der Welt“ und dem angelagerten Sportband und den beiden städtischen Ausgängen und weiter über die Birkenwald und die Heideflächen im Norden mit einem weiteren Ausgang, und von dort aus entlang des vorhandenen Wäldchens zurück zum Erlebnisband.

Schmale Wechselflorbänder begleiten das Erlebnisband und die Parkflügel vom Haupteingang zum Eingang Nordost bzw. zum Ausgang Nord.

Die „Parkdecks“ sind kleine Beobachtungsstationen an ausgewählten Punkten der Parkflügel, bestehend aus einer Holzrahmenkonstruktion mit darin befindlichen und auf den jeweiligen Ort bezogenen Themengärten (Heidegarten, Moorgarten, etc.) dienen.

Kleine Platzsituationen an den Kickpunkten der Parkflügel/Rundwege, akzentuiert durch bombierte „Blüteninseln“ laden zum Verweilen ein.

Erschließung und Ruhender Verkehr:
Die "Parkflügel" erschließen als Rundwege den neuen Park. Sie sind nach der Gartenschau auch für Skater und Radfahrer nutzbar. Alle Teilflächen des neuen Parks werden zusätzlich durch vorhandene und ergänzte Nebenwege erschlossen.
Am Haupteingang im Süden des Geländes befindet sich der Parkplatz für 350 PKW langfristig, 415 PKW temporär (zusätzlich für die Gartenschau), 30 Reisebusse inkl. Behindertenstellplätze sowie 200 Fahradstellplätze. Der langfristig ausgelegte Parkplatzbereich ist baumüberstanden. Ein Vorplatz nimmt die Besucher hier auf und geleitet über den baumbestandenen Eingangsplatz direkt auf einen Aussichtsbalkon am See, die sogenannte „Bastion“.
Dem Eingang Ost wird ein temporärer Parkplatzbereich für 750 PKW zugeordnet.


Nachnutzung

Der Wechselflor sowie temporäre Themengartenbereiche, Gärtnermarkt und Blumenhalle werden zurückgebaut und auf dem Erlebnisband durch Spiel- und Freizeitsportflächen im Sinne des "Plug and Play" ersetzt.
Die temporären Parkplätze am Haupteingang und auf der Feldflur am Eingang Nordost werden zurückgebaut. Am Haupteingang werden möglichen Investoren Erweiterungsflächen für weiter Sport- und Freizeitaktivitäten angeboten.

Auf der Fläche des städtischen Bauhofes ist eine lockere Reihenhausbebauung mit Gärten nach Süden konzipiert. Zielgruppe für diese kompakten, aber qualitätvoll ausgestatteten Eigentumshäuser ist die Generation 50+. Wohnen am Stadtpark.




















Entscheidung:
09-2006

Ort:Norderstedt (D)

Verfahren:
Beschränkter Wettbewerb

Teilnehmer:
Architekten, Landschaftsarchitekten

Auslober:
Stadt Norderstedt

In Arbeitsgemeinschaft mit
hutterreimann + cejka Landschaftsarchitekten
Berlin, Wien