4. Preis

5 Kitas in Systembauweise - München

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Perspektive Gruppenräume
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Perspektive Innenraum
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Lageplan
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Model
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Model
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Grundriss EG
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Grundriss OG
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Längsschnitt
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Querschnitt
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Fassadenschnitt
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Südansicht
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Ostansicht
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Nordansicht
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Westansicht
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Installationsschema Elektro
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Installationsschema Heizung und Sanitär
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Flexibilität Konstruktion und Gebäudeorganisation
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Perspektive Eingangsbereich
Gebäudekonzept

Die besondere Herausforderung in dieser Aufgabe ergibt sich aus der Tatsache dass fünf unterschiedliche Gebäude für fünf unterschiedliche Orte mit einer Konzeption entworfen werden müssen.
Bei dem Entwurf standen folgende Aspekte gleichbedeutend im Vordergrund:
- Architektonisch optimale Umsetzung dr Funktionsanforderungen
- Spiel und Freiräume für Kinder
- Zurückhaltende architektonische Gestaltung zur Möglichkeit der Ausgestaltung des Ortes durch die Kinder und Nutzer
- Kostensparende Bauweisen
- Systematisierung der Bauteile
- Schnellstmögliche bauliche Umsetzung


Typologie

Die Gebäude sind als Zweibund in kompakter Bauform entworfen.
Von der inneren Organisation gliedern sich die Baukörper grundsätzlich in drei Funktionsbereiche

1. großzüger Gruppenbereich
2. aufgeweitete Spielstraße
3. schmale Nutzschiene


Flexible Organisation

Das Tragwerk ist so konzipiert, dass alle Trennwände je nach Grundrissanforderung verschoben werden können. Die Fassadenkonstruktionen passen sich den geänderten Raumbreiten problemlos an. Durch die flexible Organistation lasse sich unterschiedlichste Konstellationen mit dem seben System realisieren.


Gebäudeausrichtung


Gruppenräume sind grundsätzlich in östlicher bis südlicher Richtung nach der Morgensonne situiert.
Die Nebenräume sind in westlicher bis nördlicher Richtung angelegt.
Die Haupteingänge besitzen einen direkten Bezug zu den Erschließungsstraßen.
Die Garteneingänge und die interne Spielbereiche sind zu den Spielplätzen ausgerichtet.


Äußere Erschließung

Allgemein werden die Gebäude stirnseitig erschlossen. Den Haupteingängen sind jeweils kleine Vorplätze zugeordnet. Über die Vorplätze sind die Küchen mit Lieferanteneingängen anfahrbar. Die Lieferantenzufahrt setzt sich als Pflegestraße für den Gartenbereiche fort.
Die geforderten Stellplätze sind an den Vorplatz angebunden.
Die Gartenzugänge liegen an den gegenüberliegenden Stirnseiten der Gebäude.

Eine Ausnahme bilden die beiden Gebäude des Stiftbogens I und II. Aufgrund der Gebäudelänge, dem geforderten Bezug zum Altenservicezentrum und der stark frequentierten Straße des Stiftbogens sind die Eingänge seitlich in der Nutzschiene angelegt. Die Gartenzugänge liegen der verkehrsreichen Straße abgewandt in nördlicher Richtung zum Grünzug hin orientiert.


Innere Erschließung

Die aufgeweitete Spielstraße verbindet alle Funktionsbereiche der einzelnen Häuser direkt miteinander.
Die vertikale Erschließung erfolgt über eine zentrale einläufige Treppe und die
Aufzugsanlage. Der Aufzug gewährt allen Kindern und Erwachsene Zugang ohne Nutzungseinschränkung zu allen Räumen im Haus.
Die Erschließung zeichnet sich durch eine sehr gute Übersichtlichkeit und somit auch Zugangskontrolle aus. Im Rahmen Zugangskonzeptes bleibt der Haupteingang tagsüber verschlossen, während der Garteneingang geöffnet bleiben kann.
Ferner besitzen die Gruppenräume eine direkte Zugänglichkeit zum Garten über die vorgelagerte Terrassenzone im EG und OG. Die Küche kann über die Anlieferung separat erschlossen werden.


Funktionsbereiche

Die Gruppenbereiche für Krippen, Kindergärten und Horte zeichnen sich durch klare Raumzuschnitte mit breiten großzügigen Fassaden mit vorgelagerten Balkonzonen zum Garten aus. Eine Abstellzone mit Schrankelementen befindet sich rückwärtig im Flurwandbereich.

Die Spielstraße ist als lichtes Verbindungselement zwischen Vorplatz und Spielplatz konzipiert.
Die aufgeweiten Zonen bieten Raum Kommunikation und für Aktivitäten, vor allem als Innenspielfläche bei schlechter Witterung
Die Garderobenbereich sind vor den Gruppenräumen angeordnet.

Der Mehrzweckraum ist als Kopfelement zur Spielstraße angelegt und nimmt so eine Sonderposition im Haus ein, die seiner Funktion gerecht wird.
Die Aktivitäten des Mehrzweckraumes sind in die Spielstraße hinaus erweiterbar.

Die übereinander liegenden Sanitäranlagen sind dem Gartenzugang zugeordnet, um auch von dort aus eine schnelle Erreichbarkeit zu gewährleisten.
Das Behinderten Toiletten in Verbindung mit der Personaldusche befinden sich immer im Erdgeschoss. Die Personal und Besucher WCs sind in den Obergeschossen angeordnet.

Die Küchen liegen im Erdgeschoss in der Nutzschiene. Sie sind aufgrund der besseren Anliefermöglichkeit straßennah im vorderen Teil der Gebäude angelegt.
Alle Küchen besitzen eine direkte Anbindung an den Aufzug.

Die Verwaltungsräume sind den Haupteingängen zugeordnet.
Mit direktem Bezug zum Elternwartebereich ist von der Verwaltung aus eine gute Eingangskontrolle gewährleistet.

Alle weiteren Lager-, Technikflächen und Nebenräume sind in der Nutzschiene untergebracht.


Identifikation

Die unterschiedlichen Gebäude werden mit Tiermotiven



Belichtung und Sonnenschutz

Die Gruppenräume besitzen eine großzügige Pfosten Riegel Fassade
Vor der Fassade ist ein textiler Sonnenschutz vorgesehen.
Die vorgelagerten Fluchtbalkone gewährleisten einen zusätzlichen Sonnenschutz

Die Spielflure besitzen stirnseitig großformatige verglaste Fenster. Ein weites
Oberlicht über dem Luftraum der Treppe belichtet den Kernbereich des Spielflures

Die Nutzschiene erhält kleinformatige stehende Fensterelemente. Die Belichtungssituation ist der jeweiligen Raumnutzung angepasst (Energieeinsparung).


Konstruktives Konzept

Gründung
Das zweigeschossige Gebäude wird auf Stahlbeton - Streifenfundamenten gegründet. Je nach spezifischer Baugrundsituation können diese Fundamentstreifen im Rahmen einer Vorfertigung als Fertigteil vorproduziert werden. Den unteren Abschluss des Erdgeschosses bildet eine Stahlfaserbetonbodenplatte d= 15 cm. Hierbei werden in die Betonmischung bauaufsichtlich zugelassene Stahlfasern beigemischt, und somit die Rissbildung des Betons kontrolliert und die Lasten des Erdgeschosses abgetragen. Diese Bauweise erspart den vorbereitenden Bewehrungsaufwand auf der Baustelle.


Tragende Wände
Als tragende Wände werden grundsätzlich zwei Typen unterschieden.

Der Typ AW 1 ist eine tragenden Holzrahmenkonstruktion. Je nach eingesetzter Bekleidung der Konstruktion wird dieser Typ als Umfassungsbauteil des Gebäudes für die Außenwand an drei Gebäudeaußenseiten oder als tragende Innenwandkonstruktion parallel zum zentralen Treppenhaus verwendet. Die Holzrahmenbauweise ist eine schon langjährig erprobte und effiziente Bauweise zur Abtragung von Lasten von kleineren Gebäuden. Dies Bauweise sichert einen hohen Vorfertigungsgrad innerhalb der Systembauweise und eine kurze Bauzeit.

Für den Typ AW 2 wird eine tragende Pfosten - Riegel - Konstruktion aus Brettschichtholz im Bereich der Außenwand an den Gruppenräumen verwendet. Hierbei trägt ein Riegel aus Brettschichtholz die Deckenlasten in Holzpfosten, welche über Fußhölzer verbunden werden und die Lasten in die darunter liegenden Bauteile weiterleiten. Durch den Pfostenabstand wird Platz geschaffen, um die Fassade variabel mit großen Fensterflächen oder geschlossenen Fassadenpaneelen zu versehen. Die hölzerne Tragkonstruktion wird weitgehend mit Riegel , Pfosten und Fußholz vorgefertigt und auf der Baustellen nur durch die Fenster und Fassadenelemente ergänzt.

Der Aufzugsschacht wird aus großformatigem KS Mauerwerk konstruiert.


Decken / Dach
Die Decken über EG und das Dach werden in einer Holz - Beton – Verbundkonstruktion ausgeführt. Hierbei spannen Deckenfelder jeweils einachsig als Einfeldträger von den Außenwänden der Längsseiten auf die tragenden Innenwände und ebenso zwischen den tragenden Innenwänden. Durch die Ausbildung von Einfeldträgern werden die Vorteile der Holz – Beton - Verbund Bauweise optimal ausgenutzt und eine systematischen Deckentragsystem mit hohem Vorfertigungsgrad eingeführt. Den Zuggurt der Decke bildet dabei eine ca. 15 cm starke Brettstapeldecke. Der Druckgurt wird aus 6 cm Aufbeton gebildet. Durch die Systematisierung der Deckenbreiten und
-längen können die einzelnen Brettstapelelemente bereits in der Vorfertigung mit Aufbeton versehen werden und als fertige Holz – Beton - Verbunddecke vor Ort verlegt werden. Nach Verguss der Elementfugen bildet die Decke eine aussteifenden Scheibe. Alternativ kann der Aufbeton auch vollständig auf der Baustelle eingebracht werden, wenn beim Auftragnehmer in der Brettstapelvorfertigung keine Betonage möglich sein sollte.

Als zweiter Decken- Elementtyp gilt der Balkon aus einer Stahlgitterrostkonstruktion . Dieser wird in Elemente segmentiert und auf der Baustelle über in der Verbunddecke verankerte Einbauteile auskragend verschraubt.


Systemvorteile

Die gewählten Bauteilkonstruktionen zeichnen sich durch die folgenden Punkte aus:

Wenige Bauteile
Wenige unterschiedliche Bauteile sichern klare und einfache Tragstrukturen.

Hohe Wiederholungsstückzahlen
Hohe Wiederholungsstückzahlen von wenigen Bauteile sichern einen günstigen Preis.

Optimales Bauteilabstimmung
Alle gewählten Bauteilkonstruktionen sind optimal auf Ihre Anforderungen im Gebäude abgestimmt.

Offenes System
Keine Herstellerbindung, - nur herstellerunabhängige offne Konstruktionsmethoden.

Preisvorteil durch Wettbewerb
Die Konstruktionen stellen bewährte Konstruktionsprinzipien dar. Es besteht hierbei die Sicherheit bei der Vielzahl der hierfür geeigneten Ausführungsunternehmen einen guten Wettbewerb bereits in der Angebotsphase aktivieren zu können. Unterschiedliche Anbieter bewirken Stärkung des Wettbewerbs.

Flexible parametrische Konstruktion
Individuelle Maßanpassung ohne Mehrkosten bei kompletter Vorfertigung. Beim Ausbau kein Abhängigkeit von Raster und Plattenmaßen.
Anpassbarkeit aller Fassaden auf Raumzuschnitte.
Geschossunabhängige Konstruktionsweise – Stützenversatz möglich (PR Fassade und Elementfassade).
Raumtrennwände frei verschiebbar (Gruppenraum- und Nutzschiene).

Flexible Funktionsverteilung
Flexibilität Konstruktion bewirkt Flexibilität der Funktion.
Unterschiedliche Raumkonstellationen mit einem System möglich.

Witterungsunabhängigkeit durch trockene Bauweisen
Witterungsunabhängigkeit durch Vermeidung nasser Bauweisen in Baustellenfertigung wie Ortbetonverfahren, Estriche etc. (hier: nur Bodenplatte und Aufzugschacht!).

Bauzeitverkürzug
Dem Baukastenprinzip folgend sind alle Elemente vollständig oder in den maßgeblichen Teilen im Werk vorzuproduzieren sowie in sehr kurzer Zeit auf der Baustelle zu richten.

Hoher Vorfertigungsgrad Tragkonstruktion ++++:
Decken 95% (Vergussfuge als Baustellenfertigung)
Wände 95%(einschließlich 1 Beplankungslage und Unterputz)
Bodenplatte zu 50%(Fertigteile und Faserbeton)

Hoher Vorfertigungsgrad Ausbau +++

Elementfenster 100% werkseitige Vorfertigung einschließlich Einbau in Wandsysteme
Trennwände als Standardsystem in Teilvorfertigung

Oberputzarbeiten, Oberflächenfinish als 2 Beplankungslage GK, Malerarbeiten und Bodenverlegearbeiten auf der Baustelle.

Hoher Vorfertigungsgrad Haustechnik +++

ELT
Systematisierte ELT Verteilung Wände in Installationskanälen entlang der Flurwände (revisionierbar)
Systematisierte ELT Verteilung Decken in der Akustikunterdecke. Keine Schwächung der Deckenelemente (revisionierbar)
ELT Vorinstallation in den Trennwänden


HLS

Offenes Heizungssystem (revisionierbar)
Vorgefertigte Sanitärblöcke mit werkseitiger Vormontage der Leitungsführung
Anschluss an vertikale Stränge vor Ort.

Entscheidung:
12-2006

Ort:
München

Verfahren:
Beschränkter Wettbewerb

Teilnehmer:
Architekten, Ingenieure/Fachplaner

Auslober:
Landeshauptstadt München

In Arbeitsgemeinschaft mit:
rozynski sturm architekten - Berlin
KRONE Ingenieurbüro GmbH - Berlin

Fachplaner:
hutterreimann + cejka Landschaftsarchitekten
Berlin, Wien