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Neugestaltung Aufseßplatz - Nürnberg

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Lageplan 1:500
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Blick auf den Baumhain
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Lageplan 1:200
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Schnitt Nord-Süd
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Schnitt Ost-West
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Blick vom grünen Baumhain auf den urbanen Platz
Städtebau

Im Laufe der Geschichte wechselte der Aufseßplatz in höchst unterschiedlicher Weise sein Erscheinungsbild. Nach der letzten Umgestaltung des Platzes in den 70iger Jahren entstand ein introvertierter, kleinteiliger „Mikrokosmos“. Der Platz verlor an städtebaulicher Prägnanz. Eine unserer wichtigsten Intentionen für die Neugestaltung des Platzes war es ein klar strukturiertes Platzensemble zu schaffen, das trotzdem Raum für unterschiedlichste Aufenthaltsqualitäten und Nutzungen bietet. Von besonderer Bedeutung für das Platzkonzept war dabei die Größe des Aufseßplatzes, seine Dimensionen erlebbar zu machen. Aus Richtung der Nürnberger Innenstadt kommend wird der neue Aufseßplatz in drei Raumfolgen gegliedert:

Der südliche Platzbereich der durch die vorhandenen Pavillons bzw. den
U-Bahneingang und die, die Pavillons locker umspielende Gehölze dominiert wird, der offenengehaltene zentrale Mittelraum der durch den historischen Nymphenbrunnen akzentuiert wird und der lockere Baumhain, der den nördlichen Raumabschluß bildet.

Die drei entsehenden Raumzonen werden durch zwei, den Platz auf der östlichen und westlichen Seite flankierende Baumreihen geklammert.
Ziel bei der Neugestaltung des südlich an den Aufseßplatz angrenzenden Straßenraumes (Wiesenstraße / Breitscheidstr.) war es den ursprünglichen Duktus des Raumes von Gehweg, Straße, Gehweg durch gliedernde „Bänderungen“ wieder erlebbar zu machen. Die eingeführten Bänder werden zum Anlass genommen, hier Stadtmöbel zu integrieren, die dem Charakter und des Nutzung des Raumes, als Fußgängerboulevard entsprechen. Auf eine zusätzlichen Begrünung wurde bewusst verzichtet.Die stark ausgeprägte Nord-Südverbindung Fußgängerverbindung zwischen dem Hauptbahnhof und der Südstadt wird durch die Pflanzung doppelter Baumreihen in der Flucht des U-Bahnausganges gestalterisch betont. Durch die alleeartige Baumpflanzung soll verhindert werden das der, bisher für die Aufstellung von Marktständen genutzte Bereich von Lieferfahrzeugen, Fahrradfahrern etc. befahren wird. Hier hat der Fußgänger Vorrechte. Darüber hinaus wird durch die Baumpflanzung die bauliche Dominanz des Hortengebäudes abgeschwächt.Die Peter-Hennlein-Str. als eine verkehrsreiche Straße wird in ihrem Profil beibehalten. Durch das Anheben des Straßenniveaus im Übergangsbereich zwischen Aufseßplatz und Karl-Böger-Str. wird auf die starke Frequentierung des Kreuzungspunktes durch Fußgänger und Radfahrer reagiert.

Die Pavillons / Marktplatz

Mit der Umgestaltung des Aufseßplatzes in den siebziger Jahren wurden über der U-Bahnstation zwei Pavillonbauten errichtet, die den südlichen Platzbereich aufgrund ihrer besonderen Formensprache und ihrer vom Prinzip attraktiven Nutzung dominieren.
Mit einem gewissen baulichen Verschleiß ging ein Imageverlust einher der durch eine behutsame bauliche Aufwertung ausgeglichen werden soll. Der Pavillon erhält umlaufend eine vorgesetzte Fassade aus satiniertem Glas. Die satinierten Glasflächen werden hinterleuchtet.
Um die Pavillons in ihrer Proportion und ihrer baulich-funktionalen Ausrichtung besserer in den neustrukturierten Platz einzubinden, werden kleinkronige Blütengehölze (Cercis siliquastrum / Hochstamm) in lockerer Form um die Pavillons gruppiert. Dadurch entseht um die Pavillons ein maßstäblicher Aufenthaltsraum der als Cafégarten genutzt werden kann.
Neben den Pavillons entsteht ein großzügiger Platzbereich der offen für die verschiedensten Nutzungen ist. An Markttagen können hier auf ca. 900 qm Verkaufsstände aufgebaut werden.


Der Brunnenplatz

Aufgrund der Tatsache das der Nymphenbrunnen in den siebziger Jahren einen dreistufigen Sockel erhalten hat, ist aus einem Zierelement einer ehemals gärtnerisch geprägten Platzanlage ist ein eher städtisch geprägtes Architekurelement geworden. In unserem Entwurf wird der Kontext in dem sich der Brunnen befindet neu definiert, ein zentrales Element auf einem mineralischen Platz.


Der Baumhain


Aus der Aufgabe heraus im Bereich des Platzes einen ca. 800 qm großen Spiel- und Aufenthaltsbereich zu integrieren entstand im nördlichen Platzbereich ein um ca. 60 cm angehobenes Wiesenpodest das locker mit Bäumen überstellt ein Art Raum im Raum darstellt. Hier können verschiedene Spielelement wie Schaukeln oder Kletterelemente ihren Platz finden. Versetzt angeordnete, ca. ein Meter hohe Heckenscheinen bieten die notwendigen Abgrenzung gegenüber der Peter-Hennlein-Straße.

Eine zum Bogen gespannte Rampe ermöglicht einerseits das bequeme Erreichen der Podestebenen zum anderen wird durch den Bogen die fußläufige Beziehung in Richtung Karl-Böger-Str. betont.


Bepflanzung


Der Platz wird durch drei vom ihrem Habitus und ihrer Verwendung her sehr unterschiedliche Baumbilder geprägt. Die beiden Längsseiten des Platzes werden durch schlanke aufrechtwachsende Robinien (Robinia `Casque Rouge`) mit purpurnen Blütenschmuck flankiert. Der Baumhain auf dem Wiesenpodest entsteht durch die lockere Pflanzung von rosablühenden Robinien. Im Bereich der Pavillons werden als besonderer Blickfang hochstämmiges Judasbäume (Cercis siliquastrum) gepflanzt. Mit ihrem malerischen Wuchs und ihrem besonderen Duft schafft der Judasbaum sie eine besondere Atmosphäre.


Die Beleuchtung

Das Lichtkonzept gliedert sich in räumliche, funktionale und akzentzierende Beleuchtung. Die Betonung der Raumkanten erfolgt über eine .
Einzelelemente insbesondere die Pavillons, der Brunnen oder die Bankelemente werden durch die Verwendung besonderen Lichtes akzentuierend betont.


Materialien


Als Belagsmaterial sollen großflächig einheimische, gelbliche Kalksandsteinplatten verwendet werden. Als Material für ablesbare Bänderungen, Gliederungen wird ein hellgrauer Granit eingesetzt. Ist aus Kostengründen die Verwendung von Natursteinbelägen nicht möglich sollen Betonplatten mit gelbgrauen Vorsatzmaterial zum Einsatz kommen. Im Bereich der ehemaligen Straßenräume ist kleinteiligeres Kalksteinpflaster im Reihenverband vorgesehen. Für Bänke, Fahrradständer, Papierkörbe ist die Verwendung von lackiertem Stahl angedacht.


Vorgärten


Unabgängig von der Struktur und Qualität der in den Vorgartenbereichen entsehenden Vorbauten soll über ein Regelwerk ein „Rahmen“ geschaffen werden, der ein Minimum an gestalterischer Qualität sichert. Durch den Wechsel von Vorbau / Weg zum Haus/ Terrasse wird die Zone eindeutig als privater Raum definiert. Vorgärten werden durch Mauern eingefasst, die den Anwohnern als Sichtschutz dienen und dadurch eine Nutzung als privater Garten ermöglichen.

Das Wetterhäuschen mit der integrierten Uhr wird in der Nähe der Diagonale platziert.
Der Trinkbrunnen findet seinen neuen Standort im der Nähe der Mark- bzw. Cafénutzung, unter den Dach der Judasbäume.

Entscheidung:
02-2002

Ort:
Nürnberg (D)

Verfahren:
Beschränkter Wettbewerb

Teilnehmer:
Architekten, Landschaftsarchitekten

Auslober:
Stadt Nürnberg

Arbeitsgemeinschaft mit:
LANDSCHAFTS ARCHITEKTUR
Birgit Hammer
- Berlin