1. Preis
Neugestaltung Königsplatz - Augsburg

Abbildung
Unter dem neuen Haltestellendreieck
Abbildung
Blick vom Königsplatz auf das neue Haltestellendreieck
Abbildung
Tenne und Mosaiksteinpflaster
Abbildung
Grünzüge Augsburg
Abbildung
Konzept - städtebauliche Einbindung
Abbildung
Königsplatz mit Umsteigedreieck
Abbildung
Beläge und Barrierefreiheit
Abbildung
Schnitt a-a
Abbildung
Schnitt b-b
Abbildung
Lichtkonzept
Abbildung
Umsteigedreieck bei Nacht
Abbildung
Umsteigedreieck bei Tag
Abbildung
Materialität und Licht
Abbildung
Service-Pavillon Grundriss EG
Abbildung
Service-Pavillon Grundriss KG
Abbildung
Isometrie Umsteigedreieck
Städtebauliche Einbindung

Der Königsplatz liegt an der wichtigen und sensiblen Nahtstelle zwischen Bahnhofsquartier und Altstadt, am Altstadtring. Als ein solches Bindeglied und als Entree für die Altstadt nimmt er eine bedeutende Funktion ein. Als Trittstein im Grünring des Stadtrings kommt ihm eine wichtige Funktion als Grünraum zu.
Die Platzfläche des Königsplatzes erfährt eine räumliche Teilung: der Königsplatz und das ‚Gögginger’ Tor. Zwei räumlich klar differenzierte Platzflächen machen die historischen Beziehungen im städtischen Raumgefüge erlebbar. Der Platz ‚Gögginger Tor’, als Entree in die Innenstadt setzt als steinerner urbaner Platz die Achse Bahnhof, Bahnhofsstraße – Altstadt fort und markiert den Standort des ehemaligen Gögginger Tores, einem wichtigen Stadttor zur Alt- und Kernstadt. Das neue, durch präzise Raumkanten und Funktionsräume definierte Karree des Königsplatz wird als grüner, urbaner Stadtplatz seiner Funktion als Mobilitätsdrehscheibe und größter Umsteigebahnhof des ÖPNV innerhalb Augsburgs gerecht und setzt die grünräumliche Raumfolge des Stadtrings fort.



Freiraumkonzept

Das präzise Karree des Königsplatzes wird aus einem lichten Baumhain vorhandener Großbäume und dem Dach des Königsplatz Bellevue, als zentralem Umsteigepunkt gebildet. Es markiert räumlich eine einheitliche, leicht aufgekantete zentrale Platzfläche, die nicht zwischen Platzfläche und Umsteigedreieck differenziert. Der Königsplatz wird zu einem großen modernen grünen Stadtplatz. Eine freie und offene Gestaltung unter dem lichten Gründach lässt die wichtigen räumlichen Beziehungen erlebbar werden und schafft die visuellen Verbindungen zwischen den funktional bedeutenden Einrichtungen und Teilorten des Gesamtraumes. Wie die urbanen Flächen des Münchner Hofgartens oder des Jardin du Luxembourg in Paris mit großzügigen Tennen und Platzbelägen erhält der Königsplatz seinen grünen, urbanen Charakter durch sein lichtes Baumdach in Kombination mit einer offenen Platzfläche, die großzügig Wegebeziehungen und eine hohe Aufenthaltsqualität an diesem zentralen Ort kombiniert.
Das Gögginger Tor wird als Entree zur Altstadt als kompakter offener Stadtplatz mit einem eigenständigen Platzbelag östlich der Konrad-Adenauer-Allee definiert. Es stellt visuell und räumlich die Fortsetzung der Kurzen Bahnhofstraße als Fußgängerzone in die Altstadt dar. Die freie und offene Platzfläche setzt die Gebäudefronten der Altstadthäuser in Beziehung und markiert den Standort des Gögginger Stadttores.
Der Entwurf zum Königsplatz präsentiert sich als moderner, grüner Stadtplatz mit der Funktion als zentraler Umsteigebahnhof im innerstädtischen ÖPNV Verkehr. Er lässt die Raumgefüge des Altstadtrings und der Altstadt erlebbar werden und schafft räumlich ein wirkungsvolles Entree in die Altstadt.



Der Königsplatz


Die Raumkanten des Königsplatzes werden durch einen dreidimensionalen Baumkörper eines lichten Baumhaines und durch das Königsplatz Bellevue gebildet. Eine in sich ruhende nach außen und innen offene urbane Platzfläche entsteht.
Die Bahnsteige der Haltestellen A-C wachsen wie skulpturale topografische Elemente aus der Platzfläche und ermöglichen so den niveaufreien Einstieg in die Straßenbahnen und Busse. Die Platzfläche ist mit einem einheitlichen Belag aus Grauwackemosaik gestaltet und verbindet die Teilbereiche des Umsteigedreiecks mit der Fläche unter dem Baumhain über die Bahnsteige der Haltestellen hinweg. Die Platzfläche des Karrees ist gegenüber den angrenzenden Straßenräumen um 12 cm erhöht in Bereichen von Fußgängerquerungen und Straßenbahn-Busspuren senkt sich der Belag auf 3 cm gegenüber dem angrenzenden Straßenniveau ab. Die topografische Kante des Karrees wird aus einem 30 cm breiten Natursteinelement gebildet. Die Baumscheiben der Bäume, die Bahnsteigkanten mit ihren habtischen und visuellen Leitstreifen gliedern und strukturieren den einheitlichen auf die Entfernung zu einem homogenen Belag verschmelzenden Platzbelag der Mosaikfläche. Das feine Spiel der in warmen Grautönen unterschiedlich changierenden Mosaikfläche schafft eine besondere Charakteristik der Platzfläche mit hohem Aufenthaltswert.
Der Thormannbrunnen bleibt an seinem bestehenden Standort erhalten und setzt einen klaren Akzent auf der Platzfläche. Die Säulenhalle des Baumhains ist auf Aughöhe des Betrachters ein offener großzügiger Raum mit einer eigenen Aufenthaltsqualität, darüber hinaus werden die Wege- und Sichtbeziehungen zwischen den wichtigen Funktionsräumen klar erkennbar, eine gute und direkte Verbindungsmöglichkeit zwischen diesen wird herstellt. Im lichten Schatten der Bäume lässt sich hier im Sommer verweilen, flanieren, spazieren und Boule spielen. Eine großzügige dreigliedrige lange Parkbank entlang der Schaetzlerstraße bildet eine räumliche Zäsur zum Straßenraum und bietet Sitzgelegenheiten auf der Platzfläche des Karrees. Der Parkbank in östlicher Richtung vorgelagert sind Aufstellflächen für Marktstände und Flächen für temporäre Veranstaltungen.
Am nördlichen Rand, im Übergang zur kurzen Bahnhofstraße befinden sich Außengastronomie und Cafés, die den Königsplatz in den Sommermonaten beleben.



Die Kurze Bahnhofstraße

Zwischen dem Karree des Königsplatzes und der nördlichen Bebauung spannt sich der Straßenraum der kurzen Bahnhofstraße als Fußgängerzone und Bindeglied zwischen Innenstadt und Bahnhof mit einem großzügigen, die Besucher- und Benutzerströme berücksichtigenden Straßenquerschnitt auf. Der mit einem einheitlichen Plattenbelag gestaltete Straßenraum setzt die Fußgängerzone der Bahnhofstraße über die Schaetzlerstraße zum Gögginger Tor fort. Die Fläche wird durch Leuchtstelen entlang der Bebauung gegliedert. Der Bus- und Regionalbusvekehr wird über die Südseite des Platzes umgeleitet und erhält neue Haltestellen (Haltestelle J/H) im nördlichen Bereich der Konrad-Adenauer-Allee nach der kurzen Bahnhofstraße.



Das Gögginger Tor


Der Platz wird zum Entree der Altstadt und der Haupteinkaufsstraßen. Ein offener urbaner Charakter der kleinen überschaubaren Platzfläche empfängt den Besucher an der Altstadt und stellt die historische Beziehung zum Standort des Stadttores her. Entlang der Fassaden der Altstadthäuser wird die Platzfläche, die mit einem einheitlichen niveaugleichen Plattenbelag gestaltet ist durch Leuchtstelen gegliedert. Eine Intarsie setzt sich farblich leicht von dem Plattenbelag entlang der angrenzenden Bebauung ab. Der Kiosk in der südöstlichen Platzecke bleibt erhalten. Große Bankelemente schaffen eine Zonierung entlang der östlichen Platzkante.



Entwicklungsstufen des Königsplatzes

Als wichtige Verbindungsachse zwischen Bahnhof und Innenstadt wird die kurze Bahnhofstraße im Zuge der Umgestaltung des Königsplatzes als Mobilitätsdrehscheibe direkt realisiert. Hier werden strukturelle Schwierigkeiten und die Leistungsfähigkeit der Verbindung direkt verbessert und behoben. Die Platzfläche Gögginger Tor als Entree für die Altstadt wird direkt räumlich wirksam und erlebbar.
Im Zuge der Realisierung des neuen, größer dimensionierten Haltestellendreiecks der Mobilitätsdrehscheibe und des Königsplatz Bellevues erfolgt die sukzessive Umgestaltung des Karrees des Königsplatzes. In einem ersten Schritt wird das erhöhte Karree des Platzes durch die Gestaltung der Randeinfassung und eines breiten Fußwegebereiches in den Randbereichen des Karrees im Material der zukünftigen Platzfläche erlebbar gemacht. Um die Übersichtlichkeit und vielfältige Querungsmöglichkeiten der neuen Mobilitätsdrehscheibe zu gewährleisten wird der vorhandene Großbaumbestand in eine Tennenfläche integriert. Durch Pflege und Schnittmaßnahmen entsteht eine freier übersichtlicher Platzbereich auf einer großzügigen Platzfläche aus Tennenbelag.



Lichtkonzept Platzfläche

Das Baumdach des Königsplatzes wird zur Lichtkuppel im Stadtraum. Bodenstrahler beleuchten die Baumkronen vom Boden her. Mastleuchten an der Bahnhofstraße, der kurzen Bahnhofstraße und am Gögginger Tor beleuchten die Verkehrsflächen der Fußgängerzonen und die Platzfassaden am Gögginger Tor. Das Lichtdach des Königsplatz Bellevue hat als Umsteigebahnhof im Platzraum Signalwirkung und markiert den Haltestellenbereich weithin sichtbar.



Verkehrskonzept

Die Straßenräume um den Königsplatz werden als regelmäßige Straßenquerschnitte ausgebildet. Verkehrsberuhigte Bereiche bzw. Fußgängerbereiche wie die Bahnhofstraße werden niveaugleich ausgebildet. Die Übergänge von und zum Platz sowie zum Umsteigedreieck werden eindeutig und klar ausgebildet. Die Haltestellenbereiche östlich und südlich des Königsplatz Bellevues sind in den Verkehrsraum als Inseln integriert und über breite Fußgängerbereiche mit den Platzflächen und den angrenzenden Fußgängerbereichen vernetzt. Durch die offene und übersichtliche Gestaltung der gesamten Freiflächen wie auch der Haltestellenbereiche ist eine hohe Übersichtlichkeit gewährleistet und sind die vom zentralen Umsteigedreieck etwas abgelegeneren Haltestellen der Regionalbusse gut sichtbar und einsehbar. Die Taxivorfahrt zur Fußgängerzone der Einkaufsstraße ist zentral gelegen vor dem ‚Gögginger Tor’ entlang der Konrad-Adenauer-Alle. Die Haltestellen J/H der Regionalbusse wurden zugunsten eines großzügigeren Straßenquerschnittes in der kurzen Bahnhofstraße in die Konrad-Adenauer-Allee verlegt. Die Anfahrt erfolgt über die Halderstraße im Süden den Karrees.



Wirtschaftlichkeit Platzfläche


Die robuste und einfache Grundstruktur erlaubt es, mit minimalen Mitteln eine hochwertige Neugestaltung des Königsplatzes herzustellen. Eine große Aufenthaltsqualität wird auf dem Königsplatz geschaffen und gleichzeitig die Übersichtlichkeit und Bewegungsfreiheit erhöht. Wenige hochwertige Details und eine hochwertige Materialverwendung geben dem Ort eine angemessene Noblesse innerhalb der Stadt Augsburg. Dabei wird auf zeitlose und einfache Materialien wie Naturstein und eine klassische Formensprache gesetzt. Der Königsplatz besticht durch seine schlichte, zeitlose Eleganz in dem ihn umgebenden lebendigen Stadtraum.

Entscheidung:
09-2007

Ort:
Augsburg (D)

Verfahren:
Beschränkter Wettbewerb

Teilnehmer:
Architekten, Landschaftsarchitekten, Verkehrsplaner

Auslober:
Stadt Augsburg, Stadtwerke Augsburg

Arbeitsgemeinschaft mit:
bbz landschaftsarchitekten - Berlin
Birchler+Wicki Verkehrsplaner
- Zürich

Fachplaner:
KRONE Ingenieurbüro GmbH
- Berlin
SCHLOTFELDLICHT
- Berlin