Wettbewerb
Dokumentation Obersalzberg

Höhenmodell 1. Phase
Höhenmodell 1. Phase
 
Höhenmodell 1. Phase
Höhenmodell 1. Phase
 
Lageplan
Lageplan
 

Architektursprache für einen Täterort
Die Architektur der Neuen Dokumentation Obersalzberg nimmt sich aufgrund der eigenen Thematik auf ein Minimum zurück. Eine, auch nur in Ansätzen monumentale Architektursprache, die mit nationalsozialistischer Architektur in Zusammenhang gebracht werden könnte, wird vermieden.

Alte Dokumentation und Neue Dokumentation
Alte Dokumentation, Tunnel zum Bunker und Bunkerzugang bleiben komplett erhalten. Lediglich die aktuellen Ausstellungsräume werden zu Bibliothek und Vertiefungsräumen ausgebaut. Hierbei bleibt der Charakter der offenen Holzskelettkonstruktion unter Berücksichtigung der neuen Nutzung weitestgehend erhalten. Das zu realisierende Raumprogramm wird auf zwei Gebäude aufgeteilt. Das Bildungszentrum wird als eigenständige Raumgruppe komplett in der Alten Dokumentation untergebracht, ebenfalls die Büros und Lager der Museumspädagogik. Alle übrigen Räume und Raumgruppen werden in einem Neubau, der Neuen Dokumentation kompakt gebündelt.

Einbindung in die Landschaft
Die Neue Dokumentation schmiegt sich im südöstlichen Bereich des Wettbewerbsgeländes unterhalb der Kuppe an den Berg an. Die Landschaft zieht sich weiterhin über die Neue Dokumentation hinweg, sie wird lediglich eingeschnitten und angehoben um einen Zugang und Ein- und Ausblicke für das Besucherzentrum, die Leitung und den Gebäudebetrieb zu schaffen.

Parcours Dokumentation Obersalzberg
Die Besucher erreichen das Foyer des Besucherzentrums direkt und barrierefrei über den Vorplatz der Neuen Dokumentation vom Parkplatz aus. Das großzügige Halbrund bietet einen 180 Grad Panorama auf das Berchtesgadener Land, großzügige Aufenthalts- und Wartebereiche, sowie Museumsshop und den Kassen- und Informationsbereich. Über eine 2 m breite einläufige Treppe erreichen die Besucher den Verteiler des Untergeschosses, von dem aus sie Dauer- und Wechselausstellung und den Filmraum erreichen. Im Gegensatz zum lichtdurchfluteten Erdgeschoss mit Blick in die Landschaft, wird hier natürliches Licht nur noch durch eine schräges Oberlichtband in den Ausstellungsbereich geführt. Eine Verschattung / Verdunklung ist optional steuerbar. Der neue Zugang zum Realexponat erfolgt gleichfalls vom Verteiler aus. Von hier aus werden die Besucher über ein Sicherheitstreppenhaus und einen Aufzug 13 m in die Tiefe zum Bunker gebracht. Die Führung endet am heutigen Bunkerzugang. Schulklassen u.ä. können von hier aus wettergeschützt das Bildungszentrum zur Nachbereitung erreichen. Die anderen Besucher verlassen den alten Bunkerzugang und setzen Ihren Weg zum Berghofgelände fort.

Iso zum Funktionsschema
Iso zum Funktionsschema
 


Freiraum, Ideenteil
Der Hauptweg der Dokumentation des Obersalzberges führt vom Hauptparkplatz am Berggasthof vorbei am Neubau und der Alten Dokumentation, entlang des Bunkerausgangs bis hinunter zum ehemaligen Berghofgelände. Dort endet der Weg bewusst vor dem Areal des ehemaligen Berghofes und weitet sich in eine Platzfläche auf. Der eigentliche „Ort“ mit den Relikten der Hangstützmauern und den nachträglich gepflanzten Bäumen wird von substanzschädigendem Bewuchs befreit . Eine direkte Wegeführung wird vermieden. Jegliche, bauliche Eingriffe werden vermieden und das Areal bewusst zurückhaltend in das Gesamtkonzept der Dokumentation des Obersalzberges eingebunden.
Zwischen den Anfangs- und Endplätzen des Hauptwegs spannen sich weitere Aufweitungen mit Aufenthalts- und Informationsfunktion auf. Sitzbänke und Informationstafeln machen diese Orte zu Sammlungs- und Informationsorten. Neben dem Wegeauftakt am Hauptparkplatz und am Bunkerausgang ergänzen zwei Platzsituationen an der Alten Dokumentation und am Berghof das Freiraumsystem entlang des Weges. Vor dem Neubau der Neuen Dokumentation im Übergang zum Hauptparkplatz leitet eine Platzfläche die Besucher zum Haupteingang der Dokumentation und zum künftigen Parcours Dokumentation Obersalzberg. Von hier öffnet sich der Blick in die Landschaft, die Alte Dokumentation und der Bunkerausgang sind einsehbar.
Eingriffe in den Freiraum werden so gesetzt, dass die besondere naturräumliche Qualität erhalten, gestärkt und bewusst akzentuiert wird ohne jedoch Dramatik zu erzeugen oder den Ort zu überhöhen. Sämtliche historische Mauern des Berghofes bleiben unberührt.
Die 10 Mitarbeiter-, sowie die 2 Behindertenstellplätze werden auf dem Hauptparkplatz am Eingang der Neuen Dokumentation ausgewiesen.

Barrierefreiheit
Der gesamte Parcours von der Neuen Dokumentation über den Bunker bis zur Alten Dokumentation und dem Berghofgelände wird barrierefrei nach DIN 18040-1, bzw. E DIN 18040-3 ausgeführt.

Realisierung bei laufendem Betrieb
Das vorliegende Konzept kann problemlos bei laufendem Betrieb realisiert werden, da Neue Dokumentation und Alte Dokumentation räumlich und funktional nur über den Bunker miteinander verbunden sind. Die Baustelle lässt sich direkt vom Parkplatz aus erreichen, Alte Dokumentation und der Weg zum Berghofgelände werden in ihrer Nutzung nicht beeinträchtigt.

Brandschutz, Rettungswege
Die Brandschutzanforderungen der BayBO und der VstättV werden mittels baulicher Lösungen erfüllt. Zwei Sicherheitstreppenhäuser werden vorgehalten, zusätzlich wird der Ausstellungsbereich an den Rettungsweg des historischen Bunkerzugang angeschlossen.

Wirtschaftlichkeit

  • Maximaler Erhalt des Gebäudebestand
  • Realisierung bei laufendem Betrieb
  • Kompakte Gebäudeform mit gutem A/V und NF/BGF Verhältnis
  • Gute Gründungsverhältnisse am Standort, keine Tiefengründung notwendig
  • Geringes Aushubvolumen durch Anlehnung des Entwurfs an der vorgefundenen Topografie

Grundriss - EG
Grundriss - EG
 
Grundriss - KG
Grundriss - KG
 
Schnitte
Schnitte
 
Entscheidung:
09-2014

Ort:
Ortsteil Salzberg , Marktgemeinde Berchtesgaden (D)

Verfahren:
Offener zweiphasiger Realisierungswettbewerb mit Ideenteil

Teilnehmer:
Architekten, Landschaftsarchitekten

Auslober:
Freistaat Bayern, Staatliches Bauamt Traunstein

In Arbeitsgemeinschaft mit:
bbz landschaftsarchitekten - Berlin