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Ortsmitte Margaretenstraße - Krailling

Kreuzung Margaretenstraße / Luitpoldstraße mit Bürgertreff und Stadtcafé
Kreuzung Margaretenstraße / Luitpoldstraße mit Bürgertreff und Stadtcafé
 


Städtebauliche Konzeption
Der Margaretenstraße als Ortsmittelpunkt der Gemeinde Krailling wird in ihrer Gestaltung und Funktionalität besondere Bedeutung beigemessen. Es gilt die Margaretenstraße  als Geschäfts-, Dienstleistungs-, Wohnstandort und als historisches Zentrum zu stärken. Durch Steigerung der Attraktivität der Innenstadt kann dieses spezifische Image mit unterschiedlichstem Nutzungsmix in der Wahrnehmung und im Bewusstsein der Bevölkerung verankert werden. Weiterhin fördert die Schaffung eines lebendigen, vitalen Stadtraumes mit hoher Anziehungskraft und Aufenthaltsqualität die Identifikation der Kraillinger mit ihrer Gemeinde.
Die Margaretenstraße zwischen der Kraillinger Brauerei und der Margaretenkirche im Norden soll für Besucher und Nutzer als zentrale Achse neben dem Grünraum der Würm mit ihren Ufern stärker ablesbar werden. Hierzu wird über einen einheitlichen Belag das Geschäfts- und Ortszentrum der Gemeinde Krailling visuell zusammengefasst. Eine niveaugleiche Ausbildung der gesamten Flächen schafft eine größere Bewegungsfläche, ein einheitliches städtisches Parkett mit guter Orientierung und hoher Aufenthaltsqualität. Der Maibaum wird zentraler in der Ortsmitte auf dem neuen Paulhan-Platz situiert. 
Durch Querverbindungen zwischen Margaretenstraße und Würm wird die Achse der Margaretenstraße mit dem Grünraum der Würm verknüpft. Die Würm als Erholungsraum und Ortsbild-prägender Fluss rückt stärker in das Blickfeld der Bevölkerung. Ein kleine Platzfläche verbindet Würm und Margaretenstraße an ihrer Engstelle direkt.
Die Vegetationsstruktur wird analog der beiden Achsen im Bereich der Margaretenstraße mit präzisen Baumreihen und im Grünraum der Würm fluss- und freiraumbezogen qualifiziert.
 
Freiraumkonzept
Geschäftsbereich Margaretenstraße Süd, Kraillinger Brauerei/ Paulhan-Platz mit Maibaum und neuem Stadtarchiv und Heimatmuseum an der neuen Bürgerwiese/ Manhart-Grundstück
Als wichtigste Neuerung wird der Paulhan-Platz zu einer urbanen, großzügigen und teilweise mit einem grünen Dach versehene Platzfläche umgestaltet, die wiederum Raum für die wöchentlich und jährlich stattfindenden Märkte und Festveranstaltungen bietet. Am Paulhan-Platz knüpft die Margaretenstraße an, wodurch die Marktfläche und der hier neu installierte Maibaum in den zentralen Geschäftsbereich gerückt werden und somit gut ablesbar an prominenter Stelle im Ortsgefüge Platz finden.
Gegenüber an der Kreuzung Mitterweg/ Pentenrieder Straße wird das Stadtarchiv und das Heimatmuseum an der Bürgerwiese eröffnet. Von dieser neuen stadträumlichen Kompaktheit profitiert nicht zuletzt auch die Kraillinger Brauerei mit Freischankflächen und Biergarten im Grünen mit Anknüpfung an das Würmufer. Der Parkplatz hinter der Brauerei bleibt erhalten.
In dieser Gesamtheit stellen die in diesem Umfeld wichtigen Funktionen und Institutionen das neue Entree der Gemeinde Krailling im Süden dar. Durch Umleitung des Hauptverkehrs über die Pentenrieder Straße in die Gautinger Straße wird eine Verkehrsreduzierung der Margaretenstraße bis zur Margaretenkirche möglich.
Kreuzung Margaretenstraße/ Luitpoldstraße und Bürgertreff mit Stadtcafé
Um den neuen Bürgertreff mit Veranstaltungs- und Vereinsräumen in das Zentrum Kraillings zu bringen, rückt es an die Stelle des ehemaligen Kindergartens an der Kreuzung zur Luitpoldstraße. Im gleichen Gebäude befindet sich das neue Stadtcafé mit Freischankfläche in unmittelbarer Nähe zur zweiten wichtigen gastronomischen Einrichtung – der Pizzeria Rosario. Hier wird im Verlauf der  Margaretenstraße eine weitere Platzfläche als urbaner Aufenthaltsort und Treffpunkt geschaffen.
Margaretenstraße Mitte mit Wohnen
Entlang der gesamten Margaretenstraße strukturieren wechselnde Reihen aus Spitzahornen sowie Heckenkörper an den Grenzen zu den Privatgrundstücken den Straßenraum. Intarsien aus Granitkleinsteinpflaster markieren die Hauptplatz- und Aufenthaltsbereiche. Lichte Schnurbaumsolitäre auf den unterschiedlichen Platzflächen entlang der Margaretenstraße spenden an sonnigen Tagen Schatten und laden neben den hier befindlichen Sitzbänken zu Rast und Aufenthalt ein.
Durch die einheitliche Gestaltung wird es möglich den südlichen Geschäftsbereich mit dem nördlichen historischen Ortskern im Umfeld der Margaretenkirche zu verknüpfen.

Maibaum auf dem neuen Paulhan-Platz
Maibaum auf dem neuen Paulhan-Platz
 


Zuwegung und Umfeld Margaretenkirche
Als Pendent zum Paulhan-Platz im Süden wird der Vorplatz der Margaretenkirche im Norden als großzügige Platzfläche gestaltet. Wie auch auf den anderen Plätzen entlang der Margaretenstraße wird die Platzfläche durch eine Intarsie aus Granitkleinsteinpflaster markiert.
Würmufer und dessen Anknüpfung
Als Nebenwegenetz knüpfen mehrere Fußwege von der Margaretenstraße an die Würm an und verbinden diese mit dem Ortszentrum. An einigen Stellen kann die Würm auch durch kleinere Brücken überquert werden wodurch die Anbindung des süd-östlichen Würmufers sowie der Parkanlage am Bergerweiher bzw. Eisweiher und des Braun-Grundstücks gewährleistet ist. Im Bereich der Gaststätte des „Alten Wirts“ mit seinen Freischankflächen im Grünen verläuft ein Ufer-begleitender Weg bis in den rückwärtigen Bereich der Margaretenkirche.
Südlich des alten Rathauses befindet sich ein Platz am Wasser und schafft den direkten Bezug von Hauptgeschäftsstraße zur Würm. Eine Holzterrasse führt leicht zum Wasserspiegel der Würm nach unten. Im Verlauf der Würm schaffen vereinzelte Holzpodeste am Würmufer den Zugang zum Wasser und bieten intimere Aufenthaltsbereiche neben der geschäftigen Margaretenstraße.

Oberflächen/ Materialien/ Beleuchtung
Ein einheitlicher Belag aus gesägtem Granitgroßsteinpflaster fasst die urbane Achse zwischen nördlichem und südlichem Entree. Als gesägtes Material wird es heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit und guter Begehbarkeit gerecht. Zur Entwässerung dienen niveaugleiche Rinnen aus Granit, die die Fahrbahnen strukturieren und durch die Fahrbahnbreite von 5,50m in der Margaretenstraße eine Geschwindigkeitsreduzierung bewirken. Großzügige Sitzbänke aus Holz laden zum Verweilen und kurzen Ausruhen ein. Die wichtigen Plätze entlang der Margaretenstraße werden visuell von der Hauptachse erlebbar und mit einem Verband aus gesägtem Granitkleinsteinpflaster ausgestattet.
Die Beleuchtung des öffentlichen Straßenraumes übernehmen schlichte Lichtstelen, die einseitig und durchgängig im Straßenraum platziert werden. Fahrradständer und Abfallbehälter werden situativ in der Margaretenstraße und auf den Plätzen installiert.

Verkehr
Der Hauptverkehr wird zukünftig vorfahrtberechtigt über die Pentenrieder Straße zur Gautinger Straße geleitet, wodurch die Margaretenstraße nicht mehr so stark durch den Individualverkehr belastet wird. Durch die Fahrbahnstrukturierung von Entwässerungsrinnen und die Reduzierung der Fahrbahnbreite auf 5,50m wird eine Geschwindigkeitsreduzierung bewirkt und das sichere Befahren des Würmradweges entlang der Margaretenstraße erleichtert. Stellplätze in Geschäfts- bzw. Gastronomienähe bleiben in ihrer Anzahl erhalten.
Die beiden Bushaltestellen in der südlichen Margaretenstraße bleiben in zentraler Lage bestehen und erhalten im Wartebereich einen Wetterschutz. Eigene Haltebuchten sind durch die Verkehrsreduzierung nicht erforderlich. Die Zufahrt zum Grundstück der Feuerwehr wird in ihrer Größe und Befahrbarkeit den Anforderungen gerecht.

Wirtschaftlichkeit/ Nachhaltigkeit
Die robuste und einfache Grundstruktur erlaubt es, mit minimalen Mitteln eine hochwertige Neugestaltung der Margaretenstraße und ihren Plätzen herzustellen. Punktuelle Eingriffe in den Grünraum der Würm lassen sich wirtschaftlich gut darstellen. Eine große Aufenthaltsqualität wird auf der Straße, den Plätzen und Fußwegen erzeugt und gleichzeitig die Übersichtlichkeit und Bewegungsfreiheit erhöht. Wenige hochwertige Details und eine hochwertige Materialverwendung geben dem Ort eine angemessene Noblesse innerhalb des Ortsgefüges. Dabei wird auf zeitlose und einfache Materialien wie Naturstein und eine klassische Formensprache gesetzt.
Über die Reduktion auf das Natursteinmaterial Granit mit seiner warmen Tönung, das in unterschiedlichen Facetten zum Einsatz kommt, entsteht eine Homogenität in der Gestaltung der Straßenräume und Plätze, die ein zurückhaltendes und hochwertiges Erscheinungsbild schafft, besondere Orte einfach und reduziert in Szene setzt und Nutzer und Besucher subtil auf diese Orte hinweist. Immer wiederkehrende Ausstattungselemente an den einzelnen Platzsituationen stellen ebenfalls den visuellen Zusammenhang innerhalb Kraillings her und unterstützen das homogene Erscheinungsbild der urbanen öffentlichen Räume.
Neue Stadtbausteine
Ziel des Entwurfs ist es, die historische Dorfstruktur mit neuen Stadtbausteinen gezielt zu unterstützen. Die neuen Bebauungen passen sich hinsichtlich Maßstäblichkeit und Dachform klar an den Bestand an, sie integrieren sich behutsam in das Gesamtkonzept.

Erholungsraum an der Würm
Erholungsraum an der Würm
 


Bürgertreff - Kreuzungsbereich Margaretenstraße /Luitpoldstraße
Aufgrund der zentralen Lage wird hier der Bürgertreff und das Café mit Terrasse angeordnet. Der Neubau markiert mit seinen 3 Geschossen+Dach selbstbewusst den neuen Kraillinger Treffpunkt.

Stadtarchiv und Heimatmuseum - Südliches Entree
Als zweites öffentliches Gebäude wird hier ein Stadtarchiv und Heimatmuseum an der Bürgerwiese, direkt gegenüber der Kraillinger Brauerei und dem neu gestalteten Paulhan-Platz vorgeschlagen. Der Neubau fügt sich mit seinen 2 Geschossen+Dach und seiner öffentlichen Nutzung dezent in den vorhandenen öffentlichen Grünraum ein.

Mehrgenerationenwohnanlage - Nördliches Entree
Der Neubau der Mehrgenerationenwohnanlage gliedert sich in zwei maßstäbliche Einzelbauten, die über einen 2-geschossigen Verbindungsbau und das KG miteinander verbunden sind. Der nördliche Gebäudeteil markiert die Zugangssituation in die Margaretenstraße von Norden her. Der südliche Gebäudeteil knickt ab und folgt dem Straßenverlauf. Der Hauptzugang zur Anlage erfolgt gut ablesbar von der Margaretenstraße über den Verbindungsbau. Von der Elisenstraße erfolgt die Zufahrt zur Tiefgarage, sowie ein weiterer Zugang. Der Neubau orientiert sich mit seinen zwei 3-geschossigen Gebäudeteilen, seiner Dachform und seiner Maßstäblichkeit an der historischen Nachbarbebauung und stärkt so  die historische Dorfstruktur.

Wohnen – Schlecker-Grundstück
Für das ehemalige Schlecker-Grundstück wird eine Wohnbebauung aus drei Geschosswohnungsbauten vorgeschlagen. Ein 3-geschossiges Gebäude mit Satteldach strassenbegleitend mit 3m Vorgartenzone an der Margaretenstraße, sowie zwei 2-geschossige Gebäude mit Satteldach in der zweiten Reihe. Die Freianlagen werden teils gemeinschaftlich, teils als Sondereigentum genutzt. Im Hofbereich befinden sich Kinderspielplatz und Fahrradabstellplätze, sowie der zentrale Zugang zur TG. Die Erschließung der TG erfolgt direkt von der  Margaretenstraße.

Wohnen – Luitpoldstraße Grundstück Fl.Nr. 54/4 und 54/5
Die Bebauung an der Luitpoldstraße kann in Gänze, aber auch in 2 Bauabschnitten realisiert werden. Die strassenbegleitenden Gebäude werden als 3-geschossige Geschosswohnungsbauten mit Satteldach ausgebildet. Aufgrund der geplanten Nutzung Einzelhandel im EG, wird hier eine umlaufende Pflasterfläche vorgesehen. Die beiden 2-geschossigen Geschosswohnungsbauten im Hof werden um 90° gedreht angeordnet um einen gemeinsamen attraktiven Innenhof mit Kinderspielplatz, Fahrradabstellplätzen, sowie dem zentralen Zugang zur TG zu schaffen. Die Erschließung der TG erfolgt direkt von der Luitpoldstraße.

Wohnen – Braun-Grundstück
Vorgeschlagen wird eine Bebauung aus 5 zueinander versetzten Gebäuden. Die 3-geschossigen Gebäude mit Satteldach an der Gautinger Straße haben eine Grundfläche von 10m x 24m und sind als Geschosswohnungen konzipiert. Die 2-geschossigen Gebäude mit Satteldach zur Würm hin sind 3m kürzer und können auch als Doppelhäuser, oder Reihenhäuser realisiert werden. Die versetzte Aufstellung erlaubt das Hindurchfließen des Grünraums, eine gute Belichtung der Wohnungen, sowie einen ungestörten Abfluss nach einem Hochwasser-Zwischenfall.
Aufgrund der Hochwasserthematik wird auf eine Tiefgarage verzichtet und oberirdische Stellplätze an der Gautinger Straße vorgesehen.

Mehrgenerationenwohnanlage - Nördliches Entree
Mehrgenerationenwohnanlage - Nördliches Entree
 
Wohnen – Braun-Grundstück
Wohnen – Braun-Grundstück
 
Stadtarchiv und Heimatmuseum - Südliches Entree
Stadtarchiv und Heimatmuseum - Südliches Entree
 
Mehrgenerationenwohnanlage - Nördliches Entree
Mehrgenerationenwohnanlage - Nördliches Entree
 
Wohnen – Schlecker-Grundstück
Wohnen – Schlecker-Grundstück
 
Bürgertreff - Kreuzungsbereich Margaretenstraße /Luitpoldstraße
Bürgertreff - Kreuzungsbereich Margaretenstraße /Luitpoldstraße
 
Piktogramme
Piktogramme
 
Entscheidung:
08-2014

Ort:
Gemeinde Krailling (D)

Verfahren:
Einstufiger Ideen- und Realisierungswettbewerb

Teilnehmer:
Architekten, Landschaftsarchitekten

Auslober:
Gemeinde Krailling

In Arbeitsgemeinschaft mit:
bbz landschaftsarchitekten - Berlin