IfuH
Institut für urbanen Holzbau

 

Das IfuH (Institut für urbanen Holzbau) ist 2008 aus der Forschungsinitiative fertighauscity5+ am IIKE der TU Braunschweig hervorgegangen, die im Jahr 2007 eine theoretische Grundlage für den seriellen Bau von mehrgeschossigen Wohnhäuser in der Innenstadt gelegt hat.

Das IfuH ist eine Plattform für die Umsetzung von seriell gefertigten Bauprojekten in Holzbauweise in der Innenstadt.

 

Wohnen in der Stadt hat viele Vorteile:
Wer seinen Wohnraum individuell planen und gestalten möchte, steht vor einem großen Problem. In den verdichteten Stadtwohnlagen haben Nutzer meist nur geringen Einfluss auf die Konzeption ihres zukünftigen Wohnraumes.
Dagegen kann beim freistehenden Einfamilienhaus der Bauherr seinen Wohnraum individuell gestalten.

Die Konsequenz:
Bauwillige Haushalte, darunter viele überzeugte Städter, wandern in die Vorstadtbereiche ab. Es mangelt an geeigneten Konzepten für urbanes Wohnen, die Einzelbauherren unter einem Dach versammeln.

Vereinfacht kann das heißen:
- Einzelbauherren zu Gemeinschaftsbauherren
- Einfamilienhäuser zu Mehrfamilienhäusern

 

Das Forschungsteam um fertighauscity5+ entwickelte deshalb ein Konzept, das individuelle Gestaltungsspielräume bei bis zu 5-geschossigen städtischen Bautypen ermöglicht.
Individuell konfigurierte Vor-Fertigung mit Nutzerbeteiligung lautet das zentrale Stichwort.
Die industrielle Vorfertigung im Wohnungsbau konzentriert sich gegenwärtig fast ausschließlich auf Einfamilienhäuser in Holzbauweisen im suburbanen Bereich. Dabei können die hochflexiblen Produktionsverfahren im Holzbau auch Typologien jenseits des freistehenden Einfamilienhauses bedienen. Die novellierten Länderbauordnungen erlauben bis zu fünfgeschossige Holzkonstruktionen. Für den urbanen Wohnungsbau in Holzbauweise sind somit die grundlegenden Voraussetzungen geschaffen.

Als Ergebnis sind Varianten mehrgeschossiger Stadthäuser in Holzbauweise entstanden. Diese wurden so angelegt, dass unterschiedlichste Nutzergruppen schon im Planungsstadium möglicht großen Einfluss auf die Gestalt ihres späteren Wohnraumes haben. Dabei wurden die Planungsabläufe systematisiert und somit die Entscheidungsprozesse der Bauherren vereinfacht.
Die Umsetzbarkeit wurde durch einen Prototyp von der Konzeption bis zur baulichen Detaillierung nachgewiesen. Dieser Prototyp ist ortsunabhängig und bundesweit einsetzbar.
So entsteht mit fertighauscity5+ das 5-geschossige Fertighaus, das wie ein Maßanzug angefertigt wird.

In der interdisziplinären Zusammenarbeit aus Architekten, Fachingenieuren und Unternehmen waren die Gesichtspunkten der Vorfabrikation und ökologischen Nachhaltigkeit von Bedeutung. Besonders unter Berücksichtigung der derzeitigen Klimadiskussionen ist Holz als nachwachsender Rohstoff für die Verringerung der CO2-Belastung ein wichtiger Baustoff und zukunftsweisendes Material.Zunächst wird das IfhU die Umsetzung der Ergebnisse von fertighauscity5+ in Form eines Modellprojekts an innerstädtischen Standorten unterstützen. Dafür werden derzeit geeignete Grundstücke, Bauherrengemeinschaften, Planungspartner sowie Sponsoren gesucht.