4. Preis
Areal Kronenrain - Neuenburg am Rhein

Perspektive auf Steg und Turm
Perspektive auf Steg und Turm
 

4. Preis   Areal Kronenrain - Neuenburg am Rhein
Das Planerteam ATELIER PK ARCHITEKTEN / STADLER PRENN ARCHITEKTEN / HUTTERREIMANN Landschaftsarchitektur GmbH / IFB FROHLOFF STAFFA KÜHL ECKER wird mit dem 4. Preis ausgezeichnet.


RHEINGOLD TERRASSE
Die neu entstandene RHEINGOLD TERRASSE oberhalb des Parkhauses wird als Stadterweiterung mit imposantem Ausblick in das Gartenschauareal und die neuen Rheingärten inszeniert. Gleichzeitig entsteht - als Scharnier zwischen Innenstadt und dem neuen Rheingärtenpark - ein neuer Ort für die städtische Gemeinschaft.
Die Münstergasse wird - als direkte Verbindung aus der Innenstadt beginnend an der Breisacher Straße - materialeinheitlich in einem großzügigen Schwung über die Terrasse geführt und mit dem neuen Brückenbauwerk nördlich der B 378 im Gartenschaugelände (mit Anschluss an den Loop) beendet.

MATERIALITÄT
Entlang der Brüstung der Rheinterrasse lässt sich die Aussicht auf einer homogenen, befestigten Fläche aus Terrazzoasphalt genießen. Ein lichter Baumhain (Zierobst: Malus, Prunus überwiegend im nichtunterbauten Bereich) lädt zum halbschattigen Aufenthalt auf einer multifunktionalen Tennenfläche ein, die für gemeinschaftliche Festivitäten (Stadtfeste, Märkte etc.) genutzt werden kann. Hier ist auch das Ausgangsbauwerk der Parkgarage angeordnet. Breite Schnitthecken aus Zierobst begrenzen die neue Terrasse zu den Privatgärten.

Perspektive Plateau und Parkhaus
Perspektive Plateau und Parkhaus
 

NEUER STADTBAUSTEIN
Der neue Stadtbaustein (z.B. ein Generationenwohnhaus oder Altersgerechtes Wohnen) steht mit einer Außenbestuhlung auf einem materialeinheitlichen Platzbelag (vorzugsweise regionales Natursteinpflaster) analog der verlängerten Münstergasse, da beide, Platz und Gasse, die Stadt Neuenburg und die Rheingärten gleichermaßen verknüpfen.Der neue Stadtbaustein rundet die vorhandene Bebauung entlang der ehemaligen Stadtmauer ab. Geplant ist ein öffentliches Gebäude, das sowohl vorhandene Maßstäblichkeit als auch Dachformen aufnimmt und neu interpretiert. Die notwendigen PKW Stellplätze, sowie geforderten Behindertenstellplätze und Fahrradstellplätze befinden sich östlich des neuen Stadtbausteins.

BRÜCKE RAMPE TURM
In leichtem Schwung und zwischen Baumwipfeln hindurch verläuft die neue Fahrradbrücke die in die Rampe übergeht und damit Neuenburgauf direktem Weg an den Rhein anbindet. Das natürliche vorhandene Terrain wird ausgenutzt um Rampenlänge zu sparen bzw. um die sanfte Steigung von nur 10 % über die gesamte Länge zu ermöglichen. Der Aufzugsturm ist ein organisch geformter, mit einer glitzernden Metallmembran überzogener Körper. Der oberste Lauf der Treppe führt auf ein Aussichtsplateau, das einen großartigen Rundumblick in die Landschaft aber auch die Stadt ermöglicht.

ZUFAHRT AUSFAHRT
Das Parkhaus unter der neuen RHEINGOLD TERRASSE hat seine Zu- und Ausfahrt direkt am Kronenrain und wird über das obere Parkdeck erschlossen.

Perspektive auf dem neuen Plateau
Perspektive auf dem neuen Plateau
 

TRAGWERK BRÜCKE
Die Fuß- und Radwegbrücke hat eine Gesamtlänge von ca. 145 m, mit einer lichten Breite von 3m. Die Brücke weist zwischen dem Parkhaus und dem Erschließungsturm eine behindertengerechte Neigung von 2,3% auf. Ab dem Turm führt die Brücke mit einer maximalen Neigung von ca. 9,6% bis zum Park hinunter.
Das Tragwerk ist ein Durchlaufträger über 5 Felder à ca. 30m und besteht aus beidseitig in das Geländer integrierten Rautenfachwerken.
Die Fachwerke werden gebildet vom Geländerholm als Obergurt, einem Stahlhohlkasten als Untergurt und unterschiedlich dicht angeordneten Streben als Füllstäbe. Die Dichte der Rautenstreben ist dem Querkraftverlauf entsprechend abgestuft, d.h. an den Stützungen ist das Rautenfachwerk dichter und im querkraftarmen Feldbereich weniger dicht angeordnet. Die Geometrie des Geländers wurde computergestützt parametrisch entwickelt und die Strebendichte entsprechend der Beanspruchung im Stabwerksmodell statisch optimiert.
Die Brücke wird stadtseitig von der Konstruktion des Parkhauses und parkseitig von einem üblichen Stahlbetonwiderlager gestützt. Die Zwischenstützungen erfolgen über vier runde fußeingespannte Stahlstützen mit einem einseitigen Anschluss an den Treppenturm im konstruktionsunterbrochenen Übergangsbereich.
Die Queraussteifung wird von den eingespannten Stützen, dem Treppenturm und den zwei Endwiderlagern übernommen. Das Festlager in Längsrichtung wird durch das Lager am Parkhaus gebildet. Das nordwestliche Widerlager wird längsbeweglich ausgeführt.Die Gründung der Stützen und des Widerlagers erfolgt als Flachgründung oder mit Bohrpfählen und Pfahlkopfplatten.

TRAGWERK TURM
Der Erschließungsturm führt über fünf Ebenen auf eine Höhe von ca. 15 m. Hierbei werden die beiden oberen Ebenen als Übergang zum Brückentragwerk bzw. als Aussichtsplattform ausgebildet. Im Turm sind eine halbgewendelte Treppe und ein fahrradtauglicher Panoramaaufzug integriert.
Die Tragkonstruktion besteht aus 16 Stützen, die jeweils durch zwei elliptische Riegel je Ebene miteinander verbunden sind und die durch ein Netz von Auskreuzungen ausgesteift werden.

Plan 01
Plan 01
 

TRAGWERK PARKHAUS
Das Parkhaus ist eine reine Stahlbetonkonstruktion. Die Decken liegen auf der inneren erdberührten Wand und außen und mittig auf einer Stützenreihe auf. Die Decken (Decke über EG + Decke über OG) tragen damit als Zweifeldsystem und werden mit unterschiedlichen Dicken gevoutet hergestellt. Die Decke über OG ist wegen der höheren Lasten dicker.Die erdseitige Wand trägt zusätzlich die horizontale Erdlast aus dem Geländesprung ab und wird dafür von den Deckenscheiben gestützt. Für die Aussteifung sind ausreichend Wände vorhanden.Die Gründung erfolgt mit einer gevouteten Sohlplatte als Flachgründung oder mit Bohrpfählen und Pfahlkopfplatte.

ORGANISATION PARKHAUS
Unter Berücksichtigung von Übersichtlichkeit, Tragwerk, Stellplatzabmessungen, Brandschutz, Wirtschaftlichkeit, Bauzeit, und weiteren Aspekten entschließt sich der Verfasser für ein kompaktes und effizientes Parkhaus. Insgesamt werden 220 PKW Stellplätze auf zwei Parkdecks sowie ca. 16 Motorradstellplätze nachgewiesen. Die unterzugsfreie Konstruktion ermöglicht die Verteilung aller Medien wie Beleuchtung, Beschilderung, Abwasser, etc. unter der Decke. Das neue Parkhaus wird übersichtlich, natürlich ausgeleuchtet, Angsträume werden vermieden.

Plan 02
Plan 02
 

RHEINGOLD TERRASSE
Das zentrale Treppenhaus mit Aufzug verbindet das Parkhaus barrierefrei mit der RHEINGOLD TERRASSE. Der neue Hauptzugang tritt als transparente, runde und moderne Glaskonstruktion in Erscheinung. Nachts wird der neue Glaszugang zur Lichtinstallation und erleichtert so das Auffinden für die Gäste der Stadt.

NATÜRLICHE BELÜFTUNG UND BELICHTUNG
Die goldene Fassade aus eloxiertem Streckmetall ermöglicht eine natürliche Belüftung und Belichtung des Parkhauses, sowie direkte Blickbeziehungen auf das Gelände der Landesgartenschau.

BRANDSCHUTZ UND RETTUNGSWEGE
Die derzeit gültige GaStellV enthält für geschlossene Großgaragen die Forderung für Weglängen von höchstens 30 m bis zum nächsten Ausgang. Diese Anforderung wird erfüllt.

Plan 03
Plan 03
 
Entscheidung:
02 - 2016

Ort:
Neuenburg am Rhein (D)

Verfahren:
Offener zweiphasiger Planungswettbewerb nach RPW 2013

Teilnehmer:
Architekten / Landschaftsarchitekten / Tragwerksplaner

Auslober:
Stadt Neuenburg am Rhein

Arbeitsgemeinschaft mit:
STADLER PRENN ARCHITEKTEN / HUTTERREIMANN Landschaftsarchitektur GmbH / IFB FROHLOFF STAFFA KÜHL ECKER